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Politik, Gesellschaft & Übergänge

Aufruf zum Wettbewerb: die große Transformation braucht ihren Elon Musk

Original post is here eklausmeier.goip.de/wendt/2022/04-aufruf-zum-wettbewerb-die-grosse-transformation-braucht-ihren-elon-musk.


Der Ausstieg aus fossilen Energien und überhaupt die wunschgemäße Umgestaltung der Gesellschaft wäre eigentlich ein Kinderspiel. Es fehlt nur der Wille. Das jedenfalls versichern uns die Wohlmeinenden. Warum nimmt dann nicht einer aus ihren Reihen die praktische Seite selbst in die Hand?

Von Alexander Wendt / / politik-gesellschaft / 32 min Lesezeit

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Deutschland kämpft zurzeit mit einem ganzen Bündel ineinander verhakter Probleme. Die ließen sich zwar alle voraussehen; andererseits kommt so gut wie kein schwerwiegendes Problem überraschend. Die zentrale Schwierigkeit besteht darin, dass der größte Industriestaat Europas aus Kernkraft, Kohleverstromung und nach dem Willen führender Regierungspolitiker auch aus Gas aussteigen soll, während der Rest – Energie aus Wind, Sonne und Pflanzengas – nur 16,1 Prozent des Primärenergiebedarfs decken.

Es gibt nach Angaben des zuständigen Branchenverbandes die 60 000 zusätzlichen Monteure nicht, die nötig wären, um nach dem Plan Robert Habecks die Solarenergiekapazität bis 2030 von derzeit 59 auf 200 Gigawatt zu erhöhen. Die installierte Leistung unterscheidet sich außerdem an vielen Tagen von der tatsächlich eingespeisten Energie noch mehr als die theoretisch mögliche Geschwindigkeit eines ICE zwischen München und Berlin von seinem realen Tempo. Auf diesem Schaubild, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, es zeigt die Stromerzeugung am 30. März 2022, lieferten die drei verbliebenen deutschen Kernmeiler ungefähr so viel Energie wie alle Photovoltaik-Anlagen des Landes zusammen.

Laut Plan soll die Windkraft in acht Jahren zwar an stürmischen Tagen 300 Gigawattstunden erzeugen. Der Tagesstromverbrauch liegt in Deutschland allerdings eher bei 100 Gigawatt; eine Speichermöglichkeit für den Rest existiert jetzt nicht, und sie lässt sich auch für 2030 nicht absehen. Das Land mit den Transformationsplänen für sein Energiesystem und überhaupt seine gesamte Wirtschaft hängt außerdem sehr stark von Gaslieferungen (zu 55 Prozent) und Ölimporten (zu 42 Prozent) von Russland ab. Diesen Zustand möchte die Regierung ebenfalls schnell ändern, allerdings ohne den Wiedereinstieg in die Kernkraft, sondern auf eine noch nicht abschließend geklärte Weise anders. In diesen Tagen macht der Bundeswirtschaftsminister die Erfahrung, dass es sogar schwerfällt, kurzfristig aus einer Abhängigkeit (Russland) zu einer anderen (Katar) zu wechseln. Dazu gesellt sich noch ein erhebliches Inflationsproblem.

Auf der anderen Seite fehlt es nicht an Vorschlägen, wie sich diese Krisen schnell und durchschlagend lösen ließen. Im Bundestagswahlprogramm der Grünen hieß es: „Wie die Klimakrise“ (wegen der die Energiegewinnung ja umgebaut werden muss) „sind auch die Antworten längst da.“ Möglicherweise ergeben sich viele Schwierigkeiten gerade daraus, dass im richtigdenkenden Milieu zuerst alle Antworten da sind, während sich viele Fragen erst später ergeben. Aber das nur nebenbei.

An Vorschlägen mangelt es nicht, wie die multiplen Krisen, die jetzt gerade wie die Schlangen des Laokoon von allen Seiten zuschnappen, sich auch schnell wieder beseitigen ließen. Zum einen gibt es konventionelle Ideen nach dem Muster ‘mehr vom Gleichen‘, beispielsweise „ausbauen, ausbauen, ausbauen“ (Ricarda Lang), was die Windkraft angeht. Konkret drängt die bayerische Grünen-Landtagsfraktion darauf, 500 neue Windräder in ein ausgeprägtes Schwachwindgebiet wie Niederbayern zu stellen.

Zum anderen gibt es auch den ebenfalls nicht ganz neuen Lösungsansatz abschalten, abschalten, abschalten, nämlich zum einen die Gasimporte aus Russland sofort, die drei verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland bis Jahresende. Für das sofortige Ende der Energieimporte aus Russland und den planmäßigen Atomausstieg setzen sich derzeit viele ein. Stefan Rahmstorf, leitender Wissenschaftler am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gehört zu den Prominentesten, auch zu den originellsten, denn auf den Fossilenergie-Crystal Meth-Vergleich kam bisher außer ihm noch niemand.

Rahmstorf nennt noch einen zusätzlichen Problemlösungsansatz, für den jetzt viele werben: das Tempolimit. Würde auf den 1,4 Prozent des deutschen Straßennetzes, für die bisher keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt, eine eingeführt, dann wäre das nicht nur seiner Überzeugung nach ein Schlag gegen Putin und würde dessen Krieg schneller beenden, es könnte auch die Abhängigkeit von den zerstörerischen Energiearten rasant reduzieren. Überhaupt handelt es sich beim Tempolimit um eine so wichtige Maßnahme, dass eine grüne Berliner Abgeordnete keinen Moment zögerte, der Meldung über ein Massaker in der Ukraine noch schnell die tagesaktuelle Forderung ihrer Partei aufzukleben, und das Ergebnis auf Twitter zu stellen.

Da offenbar selbst in den Kreisen, in denen die Antworten alle schon da sind, die Zweifel wachsen, ob mehr Windräder, weniger Spritverbrauch durch Geschwindigkeitslimit und das Abschalten der hergebrachten Energiequellen tatsächlich schon alle Probleme lösen, kommen in letzter Zeit auch unkonventionelle Vorschläge dazu. Sie bestehen meist darin, von Überblickspositionen einer Spiegel-Kolumnistin, eines Institutsmitarbeiters oder Professors aus andere zum Verzicht aufzurufen. Dem schon erwähnten Stefan Rahmstorf beispielsweise gefällt der Tweet eines anderen Professorenkollegen, der erklärt, auch nach einem nicht näher bezifferten Wohlstandsverlust („bei mehreren Prozent“) wäre in Deutschland noch genug für alle da, wenn die Ressourcen nur gerechter verteilt würden.

Ideen dieser Art stammen ausschließlich von Leuten, die schon jetzt bei der Mittelzuteilung nicht schlecht dastehen.

Die Spiegel-Autorin Sabine Rennefanz fragt, ob die Vergangenheit etwas zur Lösung gegenwärtiger Probleme beitragen kann. Sie kann, denn bekanntlich sind alle Antworten ja schon da. Rennefanz schlägt vor, gerade auf den Gebieten Energie, Umwelt und Unersättlichkeitsbekämpfung von der DDR zu lernen.

Sie geht dafür nicht nur die jüngere, sondern auch die schon länger zurückliegende Geschichte durch. „In der Kohlezeit“, schreibt sie, „war man Patriot, wenn man verzichtete und hart arbeitete. Der britische Premier Winston Churchill sagte 1940 in einer Ansprache, dass er nur Blut, Schweiß und Tränen zu bieten habe.“ Ganz anders dagegen die Zeit von „billigem Öl und Gas“: Damit sei die Zeit der Unersättlichkeit angebrochen. Als Beleg dafür dient ihr ein Zitat von George Bush nach dem 11. September 2001: „Wenn Sie Patriot sind, gehen Sie einkaufen“. In der DDR dagegen habe Bescheidenheit geherrscht: „Kaufen und Verkaufen“ hätten keine große Bedeutung besessen: „Die Dinge hatten einen eigenen Wert, auch aus dem Mangel heraus. Über die DDR-Mentalität, alles zu reparieren, wurde oft gelacht.“

Nun hatte Churchills Zitat von 1940 nicht das Geringste mit einer Kohlezeit zu tun (Öl und Gas gab es damals übrigens auch schon), sondern es stammt aus seiner Antrittsrede als Kriegspremier und bezieht sich auf die kommende Kriegszeit gegen Hitler. George Bush wiederum forderte seine Landsleute nicht vor dem allgemeinen Hintergrund von billigem Öl und Gas zum Einkaufen auf, sondern, um nach den Anschlägen vom 11. September eine Rezession zu verhindern. In der DDR spielte Kaufen und Verkaufen sogar eine herausgehobene Rolle, da sich viele Alltagsdinge nicht im Supermarkt erwerben ließen, und oft auch generell nicht für die gesetzliche Landeswährung. Ältere Ostdeutsche erinnern sich an das Codewort „blaue Fliesen“, das beispielsweise dem Handwerker signalisierte, dass der potentielle Kunde über das alternativlose Westgeld verfügte.

Die DDR baggerte in ihrer letzten Phase etwa 300 Millionen Tonnen Braunkohle jährlich aus Tagebaulöchern. So viel war auch deshalb nötig, weil die Plattenbauten in der Regel keine vernünftige Fugenabdichtung kannten, außerdem auch keine Thermostate in den Wohnungen. Die Heizungen ließen sich deshalb nur jeweils ganz auf- oder zudrehen, weshalb die Wohnungstemperatur durch längeres Fensteraufreißen reguliert werden musste. DDR-Plattenbauten verbrauchten deshalb mehr Energie als Wohngebäude in Skandinavien. Repariert wurde in der DDR auch weniger aus Mentalitäts- sondern aus Mangelgründen, wobei die Reparatur oft daran scheiterte, dass es auch an den nötigen Ersatzteilen fehlte.

Es geht heute in viele Köpfe nicht hinein, beziehungsweise, wie man heute sagt, es ist kontraintuitiv – aber Verzicht und Armut führen mitnichten schnurstracks zu Ressourcen- und Umweltschonung, sondern erstaunlich oft zum glatten Gegenteil. Den Bezug der Churchill- und Bush-Zitate auf Kohle, Gas und Öl und auch das eine und andere, was Rennefanz über die DDR schreibt, hätte früher jemand aus der Spiegel-Dokumentation vielleicht kritisch angemerkt. Bekanntlich ist die Abteilung aber nach einem Ausflug mit einem Mississippidampfer im Jahr 2018 auf der Außenalster unbekannt verschollen, sie wurde auch nicht mehr nachbesetzt.

Dass von der DDR lernen siegen lernen heißt, glauben heute nicht nur Redakteure an der Erregungsspitze 1 in Hamburg, sondern auch Mitglieder aus der Jugendorganisation der Kanzlerpartei, die mit staatlichen Kaufhallen steigende Lebensmittelpreise und damit ein weiteres Problem des aktuellen Schwiergkeitenclusters angehen wollen.

Alle Sichtweisen von den Grünen samt angeschlossenen Wissenschaftlern bis zu wohlmeinenden Redakteuren und Jusos haben eins gemeinsam: Die Beteiligten kennen schon alle Antworten für Probleme aller Art, sie besitzen die richtigen Rezepte und wissen auch, dass Lösungen schnell und leicht gingen, wenn nicht der subjektive Faktor wäre. Teils verhindert nämlich die Wirtschaft den nötigen Wandel, weil sie unentwegt etwas verschläft, Chancen vertut und die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Teils liegt es an den Bürgern selbst, die es bequem haben wollen, auf ausreichend Strom, Wärme und Lebensmittel bestehen, die zu sehr am Alten kleben, denen, siehe Antje Kapek, der moralische Kompass fehlt, und die außerdem fürchten, bei einer Ressourcenneuverteilung auf einmal schlechter dazustehen als eine Abgeordnete oder ein Forscher des PIK.

Deshalb rate ich dem benevolenten Milieu, sich nicht weiter mit Vorschlägen und Forderungen an die Industrie und die Bürger zu verzetteln, schon gar nicht mit Kleinklein wie dem Tempolimit, sondern den alten gierigen Adam einfach so zu nehmen, wie er ist. Stattdessen sollte jemand aus der aufgeklärten Mitte die nötigen Veränderungsschritte endlich selbst in die Hand nehmen. Gesucht wird ein Elon Musk der großen Transformation. Alter und Geschlecht wären egal. Also eine Person, die in der Lage ist, durch Erfindungen und unternehmerische Taten die Probleme besser zu bändigen als Laokoon und Söhne seinerzeit die Schlangen.

Über Musk wird viel geschrieben. Nicht immer zu seinen Gunsten. Und es stimmt ja auch vieles von dem Ungünstigen. Etwa, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen von Tesla aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten stammt, die ihm andere Autohersteller abkaufen müssen. Aber auch ein Geschäftsmodell dieser Sorte muss jemand erst einmal aufbauen. Ohne die Herstellung eigener Autos ginge das nicht. Und was immer es an Qualitätskritik zu seinen Wagen gibt – sie finden offenbar genügend Käufer. Elon Musk schaffte es in kurzer Zeit, die Batterietechnik zu revolutionieren, mehrere Auto- und Batteriefabriken aufzubauen, kommerzielle Satelliten ins Weltall zu schießen und gut 10 Prozent von Twitter zu kaufen. Ein Tweet von ihm bewegt die Kurse mehrerer Kryptowährungen, wenn er will. Vor allem zeigt er, wieviel ein Einzelner bewirken kann.
Für einen Fünfzigjährigen hat er ziemlich viel erreicht. Er kann sein Leben aus eigener Kraft auskömmlich finanzieren, hat für einige tausend Arbeitsplätze gesorgt und zahlt Steuern. Das ist mehr, als viele seine Kritiker und auch etliche Angehörige der benevolenten Kreise von sich sagen können.
Um dorthin zu kommen, wo er sich jetzt befindet, musste Musk nicht studieren. Außerdem mag er nach eigenem Bekunden Berlin.

Beides sollte ihn bei den Grünen und deren Umgebung kulturell anschlussfähig machen. Gesucht wird also eine Unternehmerpersönlichkeit nach seinem Vorbild, die vieles möglich macht, was vorher als unmöglich galt. Einer (oder eine), der oder die Energieerzeugungsanlagen erfindet und baut, die CO2-frei beziehungsweise -arm laufen, aber nicht vom Wetter abhängen und trotzdem keine Atomkraftwerke sind. Denn die gibt es ja schon. Jemand, der oder die etwas entwickelt, was so viel Energie speichern kann wie ein Pumpspeicherkraftwerk, aber deutlich kleinere Ausmaße hat und weniger kostet. Eine Ausnahmeperson, die leitungslose Stromübertragung über große Entfernungen möglich macht, um teure Trassen zu sparen, oder eine wesentlich effizientere Umwandlungsmethode von Elektroenergie zu Gas und wieder zurück verwirklicht, als sie heute existiert.

Vielleicht gibt es einige dieser Wunderdinge in Zukunft tatsächlich.
Sie wären jedenfalls nötig, damit die Transformation in den Farben der Bundesrepublik doch noch gelingt.
Die Ausnahmeperson könnte natürlich auch kleinere Brötchen backen. Vielleicht effizientere Windräder konstruieren, die auch in Schwachwindzonen mehr als 2000 Volllaststunden liefern. Auch das wäre nicht schlecht. Jedenfalls ginge es darum, dass ein einziger Vertreter aus den Zirkeln, in denen alle Antworten schon bekannt sind und sämtliche Konzepte schon in den Schubladen liegen, nicht mehr die Begriffsstutzigen und/oder Halsstarrigen anderswo auffordert, dieses oder jenes zu tun, sondern sich gleich selbst ans Werk macht. Dass er oder sie erfindet, gründet und produzieren lässt. Es ließe sich viel Ruhm damit einheimsen. Außerdem eine Menge Geld verdienen. Wer sagt, er bräuchte es nicht für sich selbst, könnte es für gute Zwecke spenden. Deutschland und die Welt wären gerettet. Außerdem würde eine solche Unternehmung weit in die Zukunft weisen. Vertreter des Milieus müssten nicht mehr im historischen Abfallhaufen der DDR wühlen, um Lösungen zu finden. Dagegen spricht schon, dass die vier ehemaligen Hauptfeinde des Sozialismus – Frühling, Sommer, Herbst und Winter, dazu die Nebenfeinde Tag und Nacht – praktisch identisch mit wichtigsten Gegenspielern der Energiewende sind.

Um es zur Sicherheit noch einmal zu sagen: Es geht also nicht darum, dass wie bisher abgebrochene Studenten Unternehmern erklären, wie sie die Wirtschaft der Zukunft gestalten sollten. Sondern darum, dass sie selbst Zukunftsunternehmen gründen.

Zur Bundestagswahl 2021 hatten 6 852 206 Wähler ihre Zweitstimme den Grünen gegeben. Nach allen Statistiken handelt es sich bei den Grünenwählern um Leute mit überdurchschnittlichem Einkommen. Um das engzuführen, muss jemand nur die wohlhabendsten Kreise der Bundesrepublik ansehen – München und Umgebung zum Beispiel – und die Wähleranteile dort studieren. Alle Antworten, das Geld und der nötige Missionsgeist finden sich also schon in ein und denselben Händen. Aus 6,8 Millionen Deutschen sollte doch einer oder eine erstehen, der oder die ganz praktisch zeigt, wie es geht. Außerdem kassierte die Partei in den letzten Jahren deutlich mehr Großspenden als ihre Konkurrenten. Im Jahr 2016 waren das 300 000 Euro von dem deutsch-russischen Fondsinvestor Jochen Wermuth, 2021 eine Million Euro von einem Bitcoin-Millionär und 1,25 Millionen Euro von dem niederländischen IT- und Medienunternehmer Steven Schuurman. Wo das herkommt, gibt es noch mehr. Kapital lässt sich also in rauen Mengen akquirieren. Außerdem hilft die Nullzinspolitik der EZB.

Der Autor dieses Textes kommt für technische Großentwicklungen nicht in Frage. Ich kann nichts außer schreiben. Aber das ist immerhin mehr, als heute beim Spiegel verlangt wird. Außerdem ist Publico auch ein Unternehmen, wenn auch ein winzigkleines. Aber das genügt schon, um zu wissen, was eine Unternehmensgründung bedeutet, und um eine gewisse Ehrfurcht für jeden zu erzeugen, der ein paar seiner Ziele ganz praktisch verwirklicht. Ich würde nie behaupten, alle nötigen Antworten und Rezepte auf meinem Gebiet zu kennen. Aber wer diese Fähigkeit bei der Lösung der Energie- und anderer Fragen in sich spürt, sollte jetzt unbedingt vortreten und Nägel mit Köpfen in das Ei des Kolumbus schlagen.

Laokoon war gegen die Schlangen erfolglos. Ihm wurde trotzdem im 1. Jahrhundert ein weltberühmtes Denkmal gesetzt. Der Glanz eines Elon Musk der grünen Transformation würde nicht nur den antiken Helden weit überstrahlen, sondern auch den Ruhm von Elon Musk.
Sollte es sich um eine Frau handeln, würde das ZDF obendrein noch ein Biopic produzieren.
Mehr kann eigentlich niemand vom Leben verlangen.

Dieser Text erscheint auch auf Tichys Einblick.

23 Kommentare
  • Andreas Hofer
    5. April, 2022

    Nichts gegen Musk, der hat meine paar Twitteraktien nach oben katapultiert.
    Aber ich sehe die komplette deutsche Politik als eine einzige Wette: Ich – deutscher Politiker – wette, dass in naher Zeit sämtliche Probleme Deutschlands in einem vereinten Europa aufgehoben sind. Denn wenn es kein Deutschland mehr gibt und noch ein großes Europa, „unser Europa, dann haben wir ja auch wieder KKWs. Die stehen zwar in Frankreich, aber es sind auch „unsere“. Das gleiche gilt für alle Souveränitätsrechte, die Merkel so schön aufgekündigt hat: Grenzen, Währung, Verteidigung und auch (völlig irre!) die Nahrungsversorgung.
    Ich – deutscher Bürger – wette dagegen, gerne den Gewinn meiner paar Twitteraktien 🙂

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  • Albatros-007
    5. April, 2022

    Klimawandel – Ursache und Wirkung:

    Es gibt nur eine einzige Möglichkeit den Klimawandel zu stoppen: Die eine Milliarde Menschen in den zu 100% (?) CO2-freien Industrieländern stellen den sieben Milliarden Menschen im Rest der Welt für ihre Sehnsucht nach dem Wohlstand der Industrieländer eine CO2-freie Technologie zur Verfügung. Alles andere ist Augenwischerei, Wunschdenken und Ablenken durch Nebenschauplätze.

    Voila Schöne Grüße

    Mit den Steuern von Krankenschwestern etc. werden E-SUVs und Lastenfahrräder subventioniert. Wahnsinn. Oder?

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  • I am Ei
    5. April, 2022

    „Die schiere Physik steht den makroökonomischen Modellen im Weg“ sagte Robert Habeck am 31.3.22 bei Lanz.
    Die schiere Dummheit steht der Vernunft gegenüber…

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  • Roland Drewinski
    5. April, 2022

    Der Autor erwähnt den überschaubaren Anteil der sogenannten Erneuerbaren am Primärenergiebedarf (16,1 %). Aber immerhin. Allerdings wird dieser Anteil noch viel überschaubarer, bedenkt man, dass Wind- und Sonnenstrom daran wiederum nur einen Anteil von gut einem Drittel haben. 55% trägt Biomasse bei, darunter das Verfeuern von Holz und Holzpellets, sowie Mais- und andere Plantagen für die Erzeugung von Gas und Biokraftstoffen. Alles Dinge, die selbst für manche Grünen unterdessen in Misskredit geraten sind. Fazit: die Stars der Energiewende, Windräder und Solarkollektoren, tragen heute nur gut 5% zur Deckung unseres Primärenergiebedarfs bei.

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  • Hajo Blaschke
    5. April, 2022

    Sorry, ich korrigiere diesen zielgerichteten Artikel ungern. Jochen Wermuth was born in Boston. Und Boston liegt nicht in Russland.
    Zu Musk: ich glaube nicht, dass er etwas Zukunftweisendes erfindet oder auf die Beine stellt. Jemand, der ausschließlich davon profitiert, in der Lage zu sein, völlig sinnlose Zertifikate an Autohersteller verkaufen zu können, hat noch nirgendwo erwiesen, dass er produktiv tätig sein kann.

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    • Publico
      5. April, 2022

      Dass Boston nicht in Russland liegt, und Wermuth in Boston geboren wurde, ist auch bei Publico bekannt. Die Passage bezieht sich darauf, dass Wermuth längere Zeit in Moskau lebte – als Berater des russischen Finanzministeriums, danach als Vertreter der Deutschen Bank in Russland. Nach eigenen Worten hatte er auch als Unternehmer in Russland investiert. Wermuth spricht außerdem exzellent russisch. Der Hinweis war in keiner Weise wertend gemeint, sondern rein informativ.
      -Redaktion

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    • Friedrich
      5. April, 2022

      Stimmt. Musk macht nur deshalb Gewinne mit seinen Autos, weil er sie über die CO2-Zertifikate finanzieren kann. CO2-Zertifikate sind ein künstlicher, staatlich erzeugter Markt. Man könnte sagen, die Hersteller von Dämmstoffen, Ziegelsteinen, Autoreifen oder von Pappkartons finanzieren über die CO2-Zertifikate eben die Produktion und damit die Teslas und Batterien von Elon Musk. So ist freie Marktwirtschaft eigentlich nicht gedacht gewesen. Eigentlich sollten große Umweltverschmutzer in sauberere Technologien oder Abgasfilteranlagen usw. investieren, man kann auch Steuern auf die großen Umweltverschmutzer erheben, die der Staat dann sinnvoll ausgibt. Aber jetzt ist es so, dass nicht der Staat das Geld, das die Umweltverschmutzer in CO2-Zertifikate stecken müssen, ausgeben kann, sondern irgendein aberwitziger Produzent von angeblich umweltschonenden Technikprodukten. Das ist eigentlich Staatsversagen.

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  • Libkon
    5. April, 2022

    Dass Musk 10 % der Twitter Aktien gekauft hat, bedeutet in der Praxis, dass Twitter demokratischer in der Meinungsäußerung werden wird. Bis dato bestimmte der Chef von Twitter, wer seine Meinung sagen durfte und wer nicht (Nichtlinke sind damit gemeint). Das wird sich mit Musk ändern. Er scheint das nötige Geld und den erforderlichen Mut zu besitzen, vielleicht eine Wende im einseitig-linken Machtkampf herbeizuführen. Zeit wird es. Links will letztendlich in den Abgrund. Wer will das aber bei klarem Verstand?!

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    • Friedrich
      5. April, 2022

      Wir stehen im Prinzip vor einer öko-sozialistischen Planwirtschaft mit autokratischen, nicht-demokratischen Zügen. Musk dürfte das nicht ungelegen kommen, behauptet er doch, dass seine Produkte ökologisch verträglicher seien. Die Presse und die sozialen Medien üben bereits Zensur aus. Warum sollte Musk das nicht zu seinem Vorteil nutzen? Warum sollte er für die Freiheit derjenigen kämpfen, die seine Produkte vielleicht auf Twitter kritisieren?

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  • ToNo
    5. April, 2022

    Ein grüner deutscher Musk (passend dann wohl «Maske», hihi) ginge doch ganz am Thema vorbei! Es geht um das gemeinsame Proklamieren, das sinnstiftende Erlebnis aller, das solidarische Miteinander und eben genau das Überwinden egoistischen Profitstrebens durch Kapitalisten. Dafür braucht es natürlich auch Leute mit Herzenswärme, Weitblick und mutigen Visionen, die sich nunmal alle in oder nahe bei der grünen Partei versammelt haben. Sie setzen sich ähnlich einer volks(äh?)hochschullehrenden Person völlig selbstlos für ihre Mitmenschen ein. Dass im Ergebnis das ein oder andere Großvorhaben eben mal schiefgeht, ist angesichts des gezeigten guten Willens doch nun wirklich nicht der Rede wert. Nur Kleingeister können sich daran stören.

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  • Jochen Schmidt
    6. April, 2022

    Im Artikel oben heißt es:

    «Stattdessen sollte jemand aus der aufgeklärten Mitte die nötigen Veränderungsschritte endlich selbst in die Hand nehmen.»

    Ich vermute, das benevolente Milieu würde hierauf entgegnen: «Das machen wir doch schon die ganze Zeit! Siehe Habeck, siehe Özdemir, usw.»

    Und wenn man dann einwendet: «Aber es funktioniert doch nicht», dann wäre die Antwort vermutlich: «Na, weil die anderen nicht mitziehen – z. B. beim Tempolimit auf den verbleibenden 1,4 Prozent des deutschen Straßennetzes -, sondern kräftig gegensteuern. Weil die anderen unseren tolle Konzepte – das Stromnetz als Speicher u. dgl. – torpedieren.»

    Und wenn man diesen Leuten dann so einen Typ wie Musk vorhält, dann sagen sie womöglich: «Bei uns Grünen war bereits in den 1980er Jahren jeder Azubi schon besser als dieser Musk!»

    Ich denke, letztlich kommt hier ein Aspekt zum Tragen, den der Autor des Artikels in einem früheren Text analysiert hat: In Deutschland gibt es von den Massenmedien und von der Politik diese irreale Propaganda-Matrix, an der jede noch so berechtigte Kritik scheitert. Sie erlaubt es den Benevolenten, sich beliebige Lösungen und Leistungen zuzuschreiben, auch wenn davon in der Praxis nichts funktioniert. Aber – wie es oben im Artikel heißt – die «Antworten» sind immer schon da, sind schon lange bekannt. Und wenn diese Antworten nicht umgesetzt werden oder nicht funktionieren, dann liegt es eben an der FDP, oder an den Querdenkern, oder am alten, weißen Mann, der auf sein täglich Fleisch nicht verzichten will. Und diese Propaganda-Taktik funktioniert, weil sie ja von all den Massenmedien für die Benevolenten vollführt wird – die Benevolenten brauchen nur noch zu nicken.

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  • Joseph
    6. April, 2022

    Leider werden die von Ihnen Angesprochenen erwidern: WIR alle müssen eine Lösung finden. Damit sind dann alle gemeint, nur nicht sie selbst. Und damit ist das Thema dann auch abgegessen.

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  • Walter Klier
    6. April, 2022

    Abgesehen davon, daß der Laokoon möglicherweise von Michelangelo stammt und Elon Musk, wie bereits angemerkt, hauptsächlich ein Ober-Schlitzohr ist, teile ich die Meinung des Autors vollkommen.

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    • Publico
      6. April, 2022

      Die sogenannte Laokoon-Gruppe stammt aus dem 1. Jahrhundert; sie wurde 1506 bei Rom in der Nähe des ehemaligen Goldenen Hauses von Nero wiederentdeckt, nachdem sie lange verschollen war. Die Figurengruppe begründete den antiken und zwischendurch verblassten Laokoon-Mythos neu.
      Richtig ist, dass Michelangelo zu den ersten gehörte, die die wiedergefundene Skulptur im Januar 1506 begutachtet hatten.
      -Redaktion

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      • pantau
        7. April, 2022

        Es ist ewig merkwürdig, dass die technisch produktivste Zeit, nämlich die Pionierzeit der Industrialisierung, antikeverehrend war und sogar die Fabriken neoklassizistisch baute. Und ewig entlarvend, dass unsre lindgrünen Verfallsbeschleuniger ihre Mäuler voll machen mit Zukunft, Zukunft und Zukunft und sich ausgerechnet solche Vergangenheiten herauspicken, die wie die DDR genau dieselbe Kombo boten: realer Rückschritt bei großmäulig propagiertem Fortschritt.

        Und was für ein verschlagener, bösartig verlogener Tweet von dieser Katja Kapek. Pfui Teufel. Man muss wohl lange in einem verlogenen Milieu gegart worden sein, um sowas spontan raushauen zu können. Ich bin davon überzeugt, dass da nicht viel gefeilt worden ist.

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  • Reinhard
    6. April, 2022

    Zu den Grundaussagen des Beitrags haben Sie meine volle Zustimmung. Allerdings gehen Sie am Anfang des Artikels sehr schluderig mit Zahlen und Einheiten um. Strombedarf wird nicht in Watt (Leistung), sondern in Wattstunden (Energie) gemessen. Von einem «Tagesstromverbrauch von 100 Gigawatt» zu sprechen ist keine sinnvolle Aussage. Schon gar nicht, wenn Sie diese Zahl mit den 300 Gigawattstunden vergleichen, die die Windkraft «an stürmischen Tagen» erbringen soll (woher auch immer diese Zahl stammt).

    Tatsache ist, dass der Jahresstromverbrauch in Deutschland 2021 ca. 500 Terawattstunden betrug. An einem durchschnittlichen Tag werden also etwa 1370 Gigawattstunden verbraucht. In Zukunft werden das wohl mehr sein, denn schließlich sollen wir ja alle elektrisch Auto fahren und unsere Wohnungen heizen. Und die Industrie wird ne Menge Strom zusätzlich brauchen, um ihre Produktionsprozesse «klimaneutral» umzubauen.

    Dass das alles so wie geplant klappt, glaube ich auch nicht. Aber eines ist sicher: Das wird teuer.

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  • Alexander Peter
    6. April, 2022

    Ihren Vorschlag verstehe ich nicht: es ist doch längst «alles ausgerechnet» oder etwa nicht?
    Die häufig wohlbestallten biedermeierlichen Propagandisten diverser «Wenden» und ihr Milieu sehen sich vielleicht als «Wegweiser», aber die «Mühen der Ebene» sollen bitteschön andere gehen.
    Vor allen Dingen: wer will denn schon ins Risiko gehen und persönlich haften, wenn etwas schief geht? Ebend.
    Man möchte schließlich auch keine Windräder in großstädtischer Lage und das trendige Fahrrad ist halt nur sexy im eigenen «Kiez» und nicht in den leeren Weiten des bayerischen Waldes.
    Also, auf den großen Innovator und Macher aus dem beschriebenen Milieu werden wir alle wohl noch warten müssen.

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  • A. Iehsenhain
    6. April, 2022

    Ich habe gerade eine alte Werbezeitung namens «Blickpunkt Kunststoff – Aus der Welt der Kunststoffe», Redaktion in Frankfurt am Main, vom November 1982 entdeckt. Aufmacher: «Ziehen Sie Ihr Haus warm an». Auszug aus dem nachfolgenden Text: «So ist es heute möglich, mit einer hochwertigen Hartschaumplatte von nur 1 cm Dicke die gleiche Wärmedämmung zu erzielen, wie mit einem 15 cm dicken Mauerwerk oder gar 50 cm dickem Beton.» Sind wir heutzutage nicht schon bei 20 cm dicken Polystyrolplatten angelangt? Weiter unten im Text dann: «Wärmepumpen und Solaranlagen sind längst keine Zukunftsmusik mehr, und unsere größte Energiequelle – die Sonne – ist auf Jahrhunderte hinaus ein sicherer und preiswerter Energiespender.» Nun – das zeigt mir, dass das hiesige Energie-Antiquariat sich zeitlich anscheinend an der Regentschaft der Habsburger messen lassen will, da hat es also noch einen langen Weg vor sich. Den wirklichen Innovationen dagegen gesteht man immerhin ein Zeitfenster zu wie es im interstellaren Raum herrscht. Von dem her bin ich dankbar, dass mir die Ahnen neben einer Flasche Cognac auch noch ein paar warme Pullover hinterlassen haben…

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  • Materonow
    7. April, 2022

    Das sind die Folgen gigantischer merkelscher Fehlentscheidungen, nämlich der Ausstieg aus der Kernenergie.
    Jetzt haben wir den Salat und die GrünInnen verspargeln mit Wonne die Republik mit Windrädern noch und noch!

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  • Thomas
    8. April, 2022

    In Marmor gemeißeltes Schlangengezücht

    Gesucht wird ein Elon Musk der großen Transformation. Alter und Geschlecht wären egal. Also eine Person, die in der Lage ist, durch Erfindungen und unternehmerische Taten die Probleme besser zu bändigen als Laokoon und Söhne seinerzeit die Schlangen.

    Die Kaskadenausgrenzung hat offenbar historische Vorbilder.

    Laokoon war gegen die Schlangen erfolglos. Ihm wurde trotzdem im 1. Jahrhundert ein weltberühmtes Denkmal gesetzt. Der Glanz eines Elon Musk der grünen Transformation würde nicht nur den antiken Helden weit überstrahlen, sondern auch den Ruhm von Elon Musk.

    Nach meinem Dafürhalten wären die zwei Schlangen des Laokoon sinniger in Rot und Grün getroffen, nicht in Gelb. Das wäre trefflicher. Und ein Elon Musk ähnelt eher einem Epeios (Sohn des Panopeus).

    Möglicherweise ergeben sich viele Schwierigkeiten gerade daraus, dass im richtigdenkenden Milieu zuerst alle Antworten da sind, während sich viele Fragen erst später ergeben. Aber das nur nebenbei.

    Ich halte das im Grunde für den Kern des Problems;
    und werden im Taumel der Antworten und Fehlentscheidungen heute die Zweifler, Ungläubigen und Widerspenstigen in den Staub getreten, dann sehen die Trojaner dieser Welt darin immer noch so eine Art Strafe der Götter. Quasi als Strafe für die Entweihung eines Angebindes.

    Auf die große Transformation von Troja haben sich die Trojaner nicht sehr gefreut. Andere schon.

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  • alacran
    12. April, 2022

    Wir sollten nicht vergessen, weshalb die «große Transformation» angeblich dringend erforderlich ist!
    Auf der Südhalbkugel bedroht uns die «Klimakatastrophe» mit einer Amplitude der Hitzeanomalie (Abweichung vom langjährigen Mittelwert) von -0,1°C -+0,4°C, global sind es immerhin 0,2-0,8°C!
    Da muss Deutschland doch vorreiten, wenn es auch nichts nützt, so haben wir doch auf unserem Weg zurück ins vorindustrielle Zeitalter ein Zeichen gesetzt, an das sich alle anderen erinnern werden!

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Original: Aufruf zum Wettbewerb: die große Transformation braucht ihren Elon Musk

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Kritik und Streit gehören zur Essenz einer offenen Gesellschaft. Für einen zivilisierten Streit braucht es gut begründete Argumente und Meinungen, Informationen und Dokumentationen von Fakten. Publico versucht das mit seinen sehr bescheidenen Mitteln Woche für Woche aufs Neue zu bieten. Dafür erhält dieses Magazin selbstverständlich kein Steuergeld aus dem Medienförderungstopf der Kulturstaatsministerin Claudia Roth, kein Geld aus dem Fonds der Bundeszentrale für politische Bildung (obwohl Publico zur politischen Bildung beiträgt) und auch keine Überweisungen von Stiftungen, hinter denen wohlmeinende Milliardäre stehen. Ganz im Vertrauen: Publico möchte dieses Geld auch nicht. Die einzige Verbindung zu diesen staatlichen Fördergeldern besteht darin, dass der Gründer des Magazins genauso wie seine Autoren mit seinen Steuern dazu beiträgt, dass ganz bestimmte Anbieter auf dem Medien- und Meinungsmarkt keine Geldsorgen kennen. Es gibt nur eine Instanz, von der Publico Unterstützung annimmt, und der dieses Medium überhaupt seine Existenz verdankt: die Leserschaft. Alle Leser von Publico, die uns mit ihren Beiträgen unterstützen, machen es uns möglich, immer wieder ausführliche Recherchen, Dossiers und Widerlegungen von Falschbehauptungen anzubieten, Reportagen und Rezensionen. Außerdem noch den montäglichen Cartoon von Bernd Zeller. Und das alles ohne Bezahlschranke und Abo-Modell. Wer unterstützt, sorgt also auch für die (wachsende) Reichweite dieses Mediums.
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