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Politik, Gesellschaft & Übergänge

Im Namen der Tugend: Friert!

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In Deutschland bricht sich der Frühling Bahn – doch bevor Buschwindröschen unsere Wälder verschönern und die Obstbäume ausschlagen, blüht die Tugend-Rhetorik der Wachsten unter den Woken. Allen voran das Klingelwort Solidarität

Von Redaktion / / spreu-weizen / 28 min Lesezeit

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Von Jürgen Schmid

Das Virtue Signalling einer Priesterkaste, die vorgibt, in höherem Auftrag die Weltmoral zu verwalten, strebt in einem sich rasant beschleunigenden Überbietungswettbewerb nach immer neuen Gesten der rhetorischen „Solidarität“ – zuletzt gekrönt von der Idee, Deutschland wäre fähig, Putin durch Frieren in die Knie zu zwingen. Allerdings nicht dadurch, den russischen Präsidenten der Kälte auszusetzen. Sondern sich selbst.

Altbundespräsident Gauck und seine öffentlich-rechtliche Predigt „Frieren für den Frieden“ ist nur das jüngste Beispiel für deutsche Sanktionsphantasien gegen Russland, die hauptsächlich selbstschädigend wirken, vorausgesetzt, sie würden tatsächlich flächendeckend befolgt, und nicht nur von Politkern und wohlversorgten ehemaligen Amtsträgern empfohlen.

Wer bei alledem von einer „Gaga-Infantilität der Meinungsmache“ spricht, dürfte ziemlich das Richtige treffen. Man könnte es aber auch als Arroganz jener Eliten bezeichnen, die von dem, was sie in „unser aller Namen“ fordern, nicht selbst betroffen sein werden, aber in der Aufmerksamkeitsökonomie leicht erworbene Bonuspunkte für Standhaftigkeit einheimsen. Das zentrale Klingelwort in diesen Aufrufen lautet „Solidarität“. Das „Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache“ definiert den Begriff so: „Auf das Wissen um gemeinsame Interessen und Ziele oder das Zusammengehörigkeitsgefühl sich gründendes Zusammenhalten von Personen oder Personengruppen und ihr Eintreten füreinander sowie die darauf beruhende gegenseitige Unterstützung“. Das Wort leitet sich vom französischen solidaire ab, was für „gemeinsam verantwortlich“ steht, den Bedeutungskern bildet das Adjektiv solide, also fest.

Die Aufrufs-Solidarität zum solidarischen Frieren, solidarischen Autoverzicht und zum sonstigen solidarischen Energiesparen bedeutet das ziemlich genaue Gegenteil: Der ernsthafte Verzichtsaufruf, der über symbolische Handlungen hinausgehen soll, richtet sich grundsätzlich an andere. Dafür, dass der Ex-Bundespräsident im milden Frühjahr friert, gibt es keinen Beleg. Und sollte es tatsächlich den von ihm angeregten Boykott von russischem Gas und außerdem zur Jahreswende 2023 einen strengen Frostwinter geben, zeigt er sich vermutlich nicht in einer 10 Grad kalten Wohnung als Freiheitsfrierender solidarisch.

Beliebt sind Tugendsignale, die nichts kosten, und nebenbei auch völlig wirkungsfrei bleiben. Etwa, wenn der ZDF-Fernsehrat und Ex-CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz ein Foto von seinem von Stufe 3 auf 2 gestellten Heizkörper twittert. Angesichts der Gaspreise dürften zurzeit viele, die nicht über Polenz‘ Pension verfügen, ihre Heizung noch stärker drosseln. Damit sparen sie allerdings Gas, das längst aus Russland geliefert und auch schon von einem deutschen Abnehmer bezahlt wurde.

Maja Göpel, als „Nachhaltigkeitsforscherin” Gast in vielen Talkshows, ruft nicht nur zur leichten Heizungsdrosselung auf, sondern auch zum „Solidaritätstempo“ beim Autofahren und „Fahrrad for Freedom“.

Zum Tugendarsenal der Stunde gehört, was Finanzminister Christian Lindner im Spiegel verkündete: „Wir müssen gemeinsam erkennen, dass es auch unser Beitrag zur Solidarität mit der Ukraine ist, negative Auswirkungen in Kauf zu nehmen.“ Zu diesem „Wir“ gehört Christian Lindner ganz offenkundig nicht. Und zwar noch nicht einmal indirekt: Für eine Mehrwertsteuersenkung auf Energie, um die Bürger zu entlasten, so argumentieren regierungsnahe Ökonomen und Lindners Ministerium selbst, gebe es keinen finanziellen Spielraum. Sparmaßnahmen im politischen Betrieb – etwa durch einen Verzicht auf den 600 Millionen Euro teuren Kanzleramts-Anbau und einen Einstellungsstopp im Regierungsapparat – schlägt er allerdings nicht vor.

Das „Negative“ gibt es jetzt schon an den Zapfsäulen des Landes zu besichtigen: Ein Spritpreisschock, der noch gar nicht auf einem Mangel beruht, sondern erst einmal nur auf einer Marktreaktion. Da der Finanzminister trotzdem steuerliche Milderungen ablehnt, müsste die konsequente Überschrift eigentlich lauten: ‘Finanzminister Lindner für mehr Belastung der Bürger’.

In dieses Muster des Appells an andere passt auch die Wortmeldung des CDU-Politikers Roderich Kiesewetter: „Zudem sollte unsere Regierung […] die Bevölkerung aufrufen, in aller Vernunft für eine bestimmte Zeit von mehreren Monaten den Gürtel enger zu schnallen.“ Nachdem die abgetretene Bundeskanzlerin in der Corona-Frage der „Bevölkerung“ (auch ein Wort, das ganz bewusst so und nicht anders gesetzt wird) „die Zügel angezogen“ hat, bedient sich nun der Bundestagsabgeordnete Kiesewetter aus der Metaphorik jener Redewendungen, die schlecht zum Umgang gewählter Politiker mit den Bürgern passen, also ihren Finanziers. Womit er Gaucks Appell, „auch einmal ein paar Jahre [zu] ertragen, dass wir weniger an Lebensglück und Lebensfreude haben“, nur unwesentlich variiert.

Wie ein enger gezurrtes „Lebensglück“ konkret aussehen könnte, darf die „Energieökonomin“ Claudia Kemfert anschaulich machen. Sie propagiert „Energiesparen für die Freiheit“. Frieren alleine aber ist ihr nicht genug. Weitere Opfer müssen gebracht werden: „Ein Tempolimit auf den Straßen sei sinnvoll, […] auch autofreie Sonntage seien eine gute Idee. Also: Alles, was getan werden kann, um den Energieverbrauch zu senken, bedeute weniger Geld für Putins Militäraktionen.“ Nach Kemferts Ratschluss gefährden diejenigen, die unsolidarisch auf ihre „Lebensglück“ pochen und „ein Viertel der Pkw-Fahrleistung auf Freizeitfahrten“ verplempern, den Sieg von Moraldeutschland über das Böse.

Der Blick zurück auf die autofreien Sonntage und Tempolimits Ende 1973 in Westdeutschland zeigt allerdings: Der Verbrauch sank damals nur minimal, etwa um zwei Prozent, da der Berufspendler- und Lieferverkehr natürlich weiterrollte. Das würde in der Gegenwart genau so gelten; abgesehen davon hätte Russlands Armee in den nächsten Wochen keine Granate weniger zur Verfügung, wenn Autofahrer in Deutschland weniger von dem Kraftstoff verbrauchen würden, der aus längst geliefertem russischen Öl hergestellt wurde. Trotzdem ruft auch die Plattform „Klimareporter“ nach der solidarischen „Putin-Bremse“, eine technische Vorrichtung, die die Autoren offenbar vor allem in der Bundesrepublik vermuten.

Metaphorisch höchst eigenwillig schließlich irrlichtert das „Feuerwerk an Energiesparmaßnahmen“, von dem Energiepublizisten wie Martin Pehnt vom Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung träumen – „weniger lange duschen“ etwa und „dabei Sparduschköpfe verwenden“. Oder auf unnötige Beleuchtung verzichten.

Feuerwerke werden normalerweise abgebrannt, um freudige Ereignisse zu feiern. Dass sie nun als verbale Leuchtraketen für Verzichtforderungen dienen (die außerdem im Sinne des Ziels – Russlands Krieg in der Ukraine zu stoppen – sinnlos sind), mutet bizarr an.

Lindners „Solidarität“, Göpels „Solidaritätstempo“, Polenz‘ Solidaritätstemperatur, Gaucks „Frieren für die Freiheit“ und Kiesewetters Ziehen am Bürgergürtel führt bei manchen Adressaten wahrscheinlich dazu, dass sie sich geschmeichelt fühlen, in den Kreis der Tugend-Elite durch die Anrede „Wir“ eingemeindet zu werden. Umgekehrt gilt: Durch das „Wir“ in Verstärkung mit „gemeinsam“ werden alle aus der Gemeinschaft der moralisch Satisfaktionsfähigen ausgeschlossen, die nicht exakt die „vorgegebene Haltung“ teilen, die nicht dazu antreten wollen, sich mit ihrem Bekenntnis einzureihen in die Gemeinschaft der Gutmeinenden. Beziehungsweise: Die sich umständehalber gar nicht einreihen können. Einem Berufspendler bleibt gar nichts anderes übrig, als die gleiche Strecke zu höheren Kraftstoffkosten zurückzulegen, da er nicht aufs Göpels „Fahrrad for Freedom“ umsteigen kann. Bei sehr vielen Beschäftigten ist die körperliche Anwesenheit am Arbeitsplatz unverzichtbar, weshalb sie der klugen Empfehlung des finanziell wohlgepolsterten WDR-Redakteurs Lorenz Beckhardt nicht folgen können, einfach das Homeoffice als Spritpreisbremse zu nutzen, und damit auch noch Putin in den Arm zu fallen.

Die Solidaritätsappelle an andere – Appelle, die übrigens ausschließlich aus einem mit Steuergeld beziehungsweise Zwangsgebühren versorgten Milieu stammen – fallen auf einen rhetorisch schon bestens bestellten Boden, der in den letzten Jahren durch Tugend-Rhetorik aller Art (für Toleranz, Respekt, Vielfalt, Buntheit und weitere Hohlformeln dieser Güteklasse; gegen Trump, Johnson, Putin, Orbán, Salvini, PiS, FPÖ und überhaupt halb Europa) fruchtbar gemacht wurde. In der Corona-Krise konditionierte der politisch-mediale Komplex den nicht-maßnahmenkritischen Bürger zu einem Pawlow’schen Reflex auf das Wort „Solidarität“, beispielsweise mit der Formel „Impfen als Akt der Solidarität“. Nachdem Konsumenten der entsprechenden Medien diese (faktisch nicht gedeckte) Aussage monatelang mehrfach täglich verabreicht wurde, mutierte sie zum festen (und oft einzigen) Bestandteil im Argumentationsarsenal der Impfbefürworter.

Es gibt noch eine andere Verbindung zwischen der offiziellen Corona-PR und den halboffiziellen Forderungen, Putin durch Verzicht auf Autofahrten und langes Duschen in die Knie zu zwingen: Im ersten Pandemie-Jahr traten in einem Videoclip der Bundesregierung die erwünschten Corona-Helden als Couch-Potatoes auf, die „faul wie Waschbären“ zu Hause hockend und Chips vertilgend das Todesvirus bekämpften – um dann in einer Vorausblende als alt gewordene Veteranen des Covid-Feldzugs im Guido-Knopp-History-Stil von ihrem heroischen Nichtstun zu erzählen. Heute wäre der Berufspendler, der sein Auto stehen lässt, nicht mehr zur Arbeit fährt und bei Heizungsstufe eins mit Decke auf dem Sofa ausharrt, die politische Idealfigur. Im Clip und theoretisch jedenfalls. Denn sowohl in Corona-Zeiten als auch jetzt wären die Folgen katastrophal, wenn tatsächlich einige Millionen, die in Gewerbe und Dienstleistung arbeiten, diesem Leitbild folgen würden.

Das Als-ob-Prinzip gehört fest zur Aussendung von Tugendsignalen. Die Bundesregierung weiß (und Wirtschaftsminister Robert Habeck räumt es auch ein), dass Deutschland bei einer 55-Prozent-Abhängigkeit von russischem Gas und einem 42-Prozent-Anteil von russischem Öl den Import gar nicht sofort stoppen kann, ohne in Deutschland schwerste wirtschaftliche Verwerfungen zu riskieren. Trotzdem verlangt CDU-Chef Friedrich Merz laut Spiegel den „radikalen Schnitt“, von dem er weiß, dass er realitätsfern wäre, und den er nie durchführen würde, wenn er selbst im Kanzleramt säße:

„In der Debatte über Energielieferungen aus Russland plädiert Friedrich Merz für einen radikalen Schnitt: Der CDU-Vorsitzende und Unions-Fraktionschef hat sich dafür ausgesprochen, russische Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 zu stoppen. Dies würde ‚eine neue Qualität in den Sanktionen bedeuten’, sagte Merz. Angesichts der ‚massiven Kriegsverbrechen’ Russlands in der Ukraine sei eine solche Eskalation notwendig.“

Eskalation, zumindest rhetorisch, sieht er offenbar als erste Oppositionsführerpflicht. Natürlich hofft er in Wirklichkeit, dass es nicht so kommt – so, wie auch die Tugendvorzeiger damit rechnen, dass nicht wirklich Millionen Berufstätige und Lieferwagenfahrer ihr Auto stehenlassen.

Ein Begriff wie „Solidarität“ besitzt durch die Verbindung mit einer Gruppenzugehörigkeit ein nahezu unbegrenztes Potential als Propagandainstrument par excellence. Ohnehin positiv konnotiert, lässt er sich fast beliebig mit weiteren Tugendwerten aufpumpen – und eignet sich in einem zweiten Schritt dazu, jeden als Untugendbold zu markieren, der die vorgenommene Koppelung von Solidaritätsanforderung und daraus abzuleitendem spezifischem („alternativlosen“) Handlungszwang nicht folgen will. Wer mit dieser Konditionierung das Wort Solidarität hört, dem muss gar nicht mehr gesondert erklärt werden, dass es sich bei allen, die sich gegen diese Lesart von Solidarität stellen, um moralisch Tieferstehende handelt. Kaum ein politisch-medialer Begriff drückt mehr Verachtung aus als die Formel „unsolidarisches Verhalten“. Die negative Markierung einer zu stigmatisierenden Gruppe schwingt in dem positiv besetzten Solidaritätsbegriff automatisch mit.

Wie sich das Aussenden von Tugendsignalen und die Betonung der eigenen Gruppenzugehörigkeit mustergültig ausleben lässt, zeigt dieser schöne Twitterfund:

Die Konditionierung bringt es auch mit sich, dass viele beim Stichwort „Solidarität“ überhaupt nicht mehr fragen: solidarisch mit wem? Und: wer gehört eigentlich zu dem „Wir“, das die Lasten der geforderten Solidarität tragen soll? Auch der Fordernde?

Es genügt zu wissen, dass derjenige, der „Solidarität“ verlangt, zu den Tugendhaften gehört, und Kontrolle über den Zugang zum richtigen Kollektiv ausüben kann.

Jürgen Schmid ist Historiker und freier Autor. Er lebt in München.

23 Kommentare
  • Dr.+Bernd+Ramm
    16. März, 2022

    Hallo,
    Ihre Kommentare geraten immer mehr in eine bestimmte Ecke. Wenn das so weitergeht, werde ich Sie bitten müssen, darauf zu verzichten, mir Mails zu senden. Übrigens bezahlen wir mittlerweile über unsere Gasimporte einen Teil von Putins Krieg in der Ukraine. Da ist es legitim, sich darüber Gedanken zu machen, diese Lieferungen auszusetzen.
    MfG
    Bernd Ramm

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    • Antonius
      16. März, 2022

      Da muss man Ihnen, auch als langjähriger begeisterter Leser dieser Seite, einfach zustimmen. Aber wieso ist das für Viele so unendlich schwer zu verstehen?

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    • Johanna
      16. März, 2022

      Die Menschen, die am meisten unter dem Gasboykott leiden werden, sind nicht diejenigen, die dafür Verantwortung tragen, dass wir in dieser großen Abhängigkeit von russischen Energielieferungen sind. Der Weiterbetrieb von noch verbliebenen AKWs wurde gerade abgelehnt. Gab es dazu eine Volksabstimmung? Können Sie einschätzen, was es bedeutet, wenn Menschen die Fahrt zur Arbeit nicht mehr finanzieren können? Wenn alte Menschen krank werden in kalten Wohnungen? Wenn sie vereinsamen, z.B. weil ihre entfernt wohnenden Kinder sie nicht mehr besuchen können, weil es Sonntagsfahrverbote gibt? Wie viele Todesopfer wird ein wirtschaftlicher Zusammenbruch hier fordern? Die Coronamaßnahmen haben genug schlimme Folgen gezeitigt.

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    • Alexander Wolff
      16. März, 2022

      Der Bundesfinanzminister hat heute seine Finanzplanung vorgestellt. Mit 100 Milliarden Defizit. Dem werde ich seine Selbstzufriedenheit aber voll versauen! Ich bin ja Rentner. Ab April hole ich einfach die Rente nicht mehr ab. Da wird er sehen, was mit seinem Defizit passiert. Und ich werde jeden Morgen Entzückungsschreie sexueller Lust ausstossen, wie es sich für einen richtigen Flagellanten gehört. Da habt ihr den Salat!

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    • Manfred Müller
      17. März, 2022

      Ja und wie heizen Sie? Der Inhalt des Kommentars ist doch richtig, diejenigen die nun fordern dass man die Gaslieferungen aus Russland einstellen sollte würden selbst nicht darunter leiden, die schnallen den Gürtel nicht enger. Das sollen andere für sie tun denen aber das Recht auf Mitbestimmung abgesprochen wird. Es gibt bei den Linken/Grünen auch Menschen die sich am Leid, auch am eigenen, geradezu erfreuen, die kasteien sich regelrecht. Aber die haben nicht das Recht die Kasteiung auch von anderen zu fordern. Ob eine Einstellung der Gaslieferungen aus Russland Putin beeindruckt steht ja auch in den Sternen. Ich möchte Sie auf einen anderen Aspekt hinweisen: diese bevormundende Haltung einer zumeist akademischen Pseudoelite bedeutet konkret in der Politik beständige Rechtsbrüche in Deutschland: statt wissenschaftlicher Erkentnisse werden moralisch/ideologische Ideen zur politischen Agenda. das dürfte unstrittig sein, die Coronamaßnahmen zeigen dies überdeutlich, bei der Aufnahme von Flüchtlingen zeigt sich auch dass das Grundgesetz weitgehend mißachtet wird. Wie aber kann man mit Politikern die die eigenen Gesetze nicht achten sondern nach ideologischen Aspekten drehen und verdrehen und ignorieren verhandeln? Zielführend verhandeln können Sie nur mit Menschen von denen Sie erwarten können dass diese einmal geschloßene Verträge auch einhalten. Und nun sehen Sie sich das Verhalten von Habeck an. Oder von Scholz, Stichwort «rote Linien». Oder… Diese Widersprüchlichkeit und Unberechenbarkeit ist meiner Meinung nach mit ein Grund warum Putin den Krieg begonnen hat: er weiß dass er keine rational handelnden vernünftigen Gegner hat die ihm Einhalt gebieten sondern einen akademisch prekären Hühnerhaufen der heute nach links läuft schreit jemand «Corona» und morgen nach rechts schreit jemand «neue flüchtlinge» und tags drauf wieder nach links schreit jemand «Klima» und nun nach rechts «Putin». Ich finde den Kommentar bereichernd. mfG M.M

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    • Jens Richter
      17. März, 2022

      «Sich darüber Gedanken machen» ist gut, aber mit gutem Beispiel voranfrieren ist besser.

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    • Michael Glück
      17. März, 2022

      Nach meinen Informationen liefert Russland nach wie vor Gas durch Nordstream 1, und zwar nicht nur an Deutschland, sondern auch an den Kriegsgegner Ukraine. MfG Michael Glück

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      • Aman
        23. März, 2022

        Wie kann etwas sein was nicht sein darf? Da brechen für den Einen oder Anderen grüne Biotope, ja ganze Welten zusammen

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    • Polit-Legasheniker
      17. März, 2022

      «Während eine Million „British Thermal Units“ (MMBtu) Erdgas – das entspricht etwa 26,4 Kubikmetern – in den USA gerade einmal 1,90 bis 3,80 US-Dollar kostet, lässt sie sich in Deutschland für 27,20 Dollar verkaufen.29.12.2021″ -Zitatende.
      Nur so, um den deutschen Provinzionalismus zu überwinden, ein Bisschen global denken und nicht vergessen, dass wenn man weiß nicht worum es sich handelt, handelt sich immer ums Geld. Und ich möchte versichern, dass bei unseren Freunden in Washington es sicher keine gedanken gebe sich mit den frierenden Deutschen solidarisch zu verhalten und mitfrieren.
      Herr Schmid hat in seinem Beitrag nur aufmerksam gemacht auf den heuchlerischen Wettbewerb der Phrasendrescher die selbst von den Folgen ihrer Vorschläge niemals betroffen wären. Ich kann mich erinnern auf ein Interview mit Michael Schumacher vor fast 20 Jahren. Als er auf Umweltschutz angesprochen wurde, sagte er: » Ja, ich finde es gut, wenn Benzin 3€ pro liter kosten würde, das wäre gut für die Umwelt.»….

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  • Michael Glück
    16. März, 2022

    Solidarität ist schön, sofern es statthaft ist, auszuwählen mit wem. Darf ich zum Beispiel Solidarität empfinden mit Russen, denn auch das sind Menschen, selbst wenn die NSDAP das etwas anders gesehen hat? Darf ich solidarisch empfinden mit Ungeimpften, auch wenn die Herren Spahn und Lauterbach diese als Volksschädlinge betrachten? Darf ich solidarisch sein mit den Vertretern der medizinischen Wissenschaft, die die Corona-Impfstoffe für nicht ungefährlich halten? Darf ich Solidarität üben mit den Klimaforschern, die am kausalen Zusammenhang von CO2 in der Luft und einer Aufwärmung der Atmosphäre zweifeln? Oder ist Solidarität nur mit Personen und Gruppen erlaubt, die die Regierung und ihre Anhänger vorgeben? Wäre dem so, wäre die Forderung nach Solidarität aber nichts anderes als die Forderung nach Gehorsam der Führung gegenüber. Dann aber wäre die Solidarfität nur eine Art von «Führer befiehl, wir folgen».

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  • Grenz
    16. März, 2022

    Die Ausführungen von Schmid sind ebenso dümmlich wie überflüssig. Die Energiesparvorschläge sind nicht neu, sie sind überwiegend sinnvoll zum Eindämmen von Energieverschwendung, lagen lange vor der Ukrainkrise auf dem Tisch, haben daher nichts mit den von Schmid angeprangerten Solidaritätsadressen zu tun. Der nur krampfhafte Versuch, vernünftiges Handeln von Bürgern/innen zu dikreditieren durch den Schmidschen Blick auf Personen, die ihm nicht passen, dazu der nur idiotische Versuch, Energieeinsparvorschläge mit dem Thema „Ukrainekrieg“ zwanghaft verbinden zu wollen, fallen als armselig und peinlich auf die Person Schmid zurück.
    Helmut Grenz

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    • Joseph
      17. März, 2022

      Ich denke, Ihr Frust ist berechtigt. Nur trifft er den Falschen. Das, was Herr Schmid in seinem Artikel auflistet, sind doch letztlich vollkommen nutzlose Handlunsgsaufrufe.

      Der Krieg kann dadurch nicht gestoppt werden. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im Allgemeinen oder von Russland im Speziellen ist damit auch nicht möglich.

      Und das wissen diejenigen, die diese Sprechblasen aussenden ganz genau. Zumindest könnten sie es wissen. Und deshalb stellt sich die Frage, wieso diese Leute einen solchen Unsinn ausgerechnet jetzt ablassen. Mal unabhängig davon, dass die Angesprochenen vermutlich eher nicht ihre eigenen Forderungen umsetzen würden. Und genau das ist der Punkt, um den sich der Beitrag von Herr Schmid dreht. Dümmlich und überflüssig ist daran nichts.

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    • Jens Richter
      17. März, 2022

      Ich kann mich nicht daran erinnern, dass vor dem Ukraine-Krieg zum gemeinsammmen Frieren aufgerufen wurde. Herr Gauck muss allerdings mit 240.000 Euro pro Jahr auskommen. Da hift nur fröhliches Frösteln für die gute Energiewende. Aber was ist mit den reichen LKW-Fahrern und Berufspendlern? Wollen die nicht frieren oder können sie nicht?

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    • Aman
      23. März, 2022

      Eigentlich war der Artikel recht gut verständlich, also: was haben Sie daran nicht verstanden? Vielleicht sollten Sie ihn noch einmal lesen und selbstständig und ideologiebefreit darüber nachdenken. Trotzdem: Es hindert Sie doch bestimmt niemand daran, dem Putin mal so richtig zu schaden oder das Weltklima ein für alle Mal zu retten. Wenn Sie sich dabei solidarisch, mit wem auch immer, oder vernünftig fühlen, umso besser. Alternativ oder zusätzlich könnten Sie sich ja aber auch auf einer Autobahn festkleben, das soll auch irgendwie gut sein. Prinzipiell halte ich Ihren Kommentar für so ziemlich heuchlerisch: das Lesen des Artikels, ihr unnötiges Schreiben auf einem elektronischen Gerät, die Übertragung durch das Internet über jede Menge elektronischer Geräte dazwischen mit einem effektiven Nutzen ist gleich Null – das wäre schon die beste Möglichkeit gewesen, Energie einzusparen.

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  • Joseph
    16. März, 2022

    Das Interessante an der aktuellen Situation ist ja eigentlich, dass die dafür verantwortliche Kaste, nun darum bittet, dass andere sie für sie auslöffeln. Denn nichts anderes bedeutet es ja, wenn der Bürger den Gürtel enger schnallen soll. Zumal – um bildlich zu sprechen – es sich bereits um einen Gürtel handelt der mit Löchern erweitert wurde, damit man ihn enger schnallen kann.

    So sehr ich für einen Atomaustieg war und bin, so sehr ich für enge Beziehungen zu Russland bin. Aber zu aller erst steht selbstverständlich die Versorgungssicherheit Deutschlands. Dicht gefolgt von den monetären Auswirkungen für die Bürger.

    Und zu Lindner. Im Februar hat 1 Liter Diesel ca. 1,60 gekostet. Heute kostet 1 Liter 2,25 €. Dadurch verdient der Staat anstatt 26 Cent nun 36 Cent pro Liter nur durch die Mehrwersteuer. Das macht Lindner zu einem Kreigsgewinnler. Es ist eine Frechheit und eine Ohrfeige für die Intelligenz, zu behaupten er hätte Verluste durch eine Entlastung der Bürger. Er hätte dadurch nur keine Mehreinnahmen.

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  • Hans Dampf
    16. März, 2022

    Lieber Herr Schmid, mir geht es gut. Ich werde überdurchnittlich bezahlt, arbeite aus dem Home-Office und den Kraftstoff für meinen Firmenwagen zahlt die Firma. Seit Corona konsumiere ich unseren Öffentlich Rechtlichen Rundfunk aufgrund der Erhaltung meiner psychischen Gesundheit nur noch in sehr kleinen Dosen. Auch die sozialen Medien lasse ich größtenteils links liegen. Die von Ihnen im Artikel aufgeführten Beispiele kannte ich daher nicht.
    Ich bilde mir ein, mir meine Sensibilität für die Situation von Menschen die sich in einer anderen Lebenssituation als ich befinden, erhalten zu haben.
    Die Summe für meine letzte Tankfüllung am Samstag betrug 150€. Für mich, wie gesagt, kein Problem. Für die Dame, bei der ich zu Besuch war, durchaus. Als Rentnerin kommt Sie auf eine Monatsrente von 1200€. Auf dem Land lebend, ist sie auf ihr Auto angewiesen.
    Die Teuerung beschränkt sich ja nicht nur auf den Kraftstoff, sondern betrifft viele Lebensbereiche.
    Vielleicht haben unsere Volksvertreter einfach nur die Befürchtung, dass der Souverän irgendwann nicht mehr mitmacht oder mitmachen kann,

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  • Till Kinzel
    16. März, 2022

    Wer heute aus der Kaste der Privilegierten «wir» und «Solidarität» sagt, will betrügen.

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  • A. Iehsenhain
    16. März, 2022

    Das neue Verständnis von «Solidarität» ist auf dem besten Weg, sich als Kamikaze-Gesellschaft zu manifestieren. Sollte, oder schlimmer – müsste man sich darauf einlassen, sähe man hinterher aus wie die einstigen Teilnehmer der Franklin-Expedition. Ihre Wahrnehmung der Impfkampagne, Herr Schmid, sehe ich ganz ähnlich. Mir kommt sie so vor, als wenn man sich «Adel verpflichtet» oder «Die Rache der Enterbten» anschauen würde, wo jeweils ein und derselbe Schauspieler in verschiedenen Kostümierungen zu sehen ist, mit dem Unterschied, dass Alec Guinness und Dieter Hallervorden etwas mehr Text im Angebot haben. Und Ute Bauer von den Graugrünen (oder Grüngrauen) ist beinahe wie ein Überraschungsei für Klaus Schwab und Bill Gates samt Konsorten: Eine weitere Figur auf dem Schachbrett, die man nach Belieben hin- und herschieben und herumseiern lassen kann, während man sich genüsslich Kinder-Panzerschokolade ins Maul schiebt…

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  • Ingo Arnold
    16. März, 2022

    Vor zwei Jahren erklärte mir Frau Merkel, wie ich mir die Hände waschen soll. Jetzt wird mir gesagt, wie ich duschen und meinen Heizkörper bedienen soll. Mein Gott, ich bin schon volljährig!
    Komisch, dass es die meisten anderen Leute, immerhin viele Millionen, die genauso wie ich belehrt werden, gar nicht zu stören scheint…

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  • Oskar Krempl
    17. März, 2022

    Die Blödheiten der Politiker und das daraus resultierende Schikanieren der Bevölkerung wird erst dann aufhören, wenn sie vom eigentlichen Souverän, nämlich dem Volk, dafür zur Verantwortung gezogen werden.

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  • Thomas
    20. März, 2022

    Sehr richtig.
    Daß Schmid getroffen hat, spricht aus den meisten Kommentaren zum Thema – wie von selbst. Beherzt, unverstellt, trefflich! Gut gemacht! Bravo!

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Original: Im Namen der Tugend: Friert!

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