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Politik, Gesellschaft & Übergänge

Im nächsten Sozialismus wird alles besser. Und andere Systemfehler

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Streikende ließen sich auf der Hamburger Klima-Demo nicht finden. Aber jede Menge Überzeugte. Eine Reportage aus der Mitte der neuen Gesellschaft

Von Alexander Wendt / / politik-gesellschaft / 32 min Lesezeit

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Am weltweiten Klimastreiktag, dem 20. September, hatte ich auf das Gespräch mit einem Klimastreikenden gehofft. Die Frage, ob jemand tatsächlich seine Erwerbsarbeit niederlegt, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, interessiert mich wirklich. Bisher liefen auf den freitäglichen Klimademonstrationen Schüler mit, Studenten, manchmal auch, wie ich im erweiterten Bekanntenkreis gehört hatte, Mütter mit Tagesfreizeit. Keiner gehörte zu einer Personengruppe, die ihre Arbeitsleistung verweigern können, um eine Forderung gegen ihren Arbeitgeber durchzusetzen. Genau das meint ja der Begriff Streik.

Am 20. September sollte das bekanntlich anders sein: Zehntausende Demonstranten in den deutschen Großstädten, schon zwei Wochen vorher Aufrufe auf allen Internet- und Medienkanälen an alle, mitzumachen. In Hamburg erwarteten Veranstalter und Medien 30 000 Menschen. In einer Stadt mit Airbus-Werk, Überseehafen und Medien schien mir die Chance nicht schlecht, mein Bild der FFF-Demonstrationen zu erweitern. Ich will ausdrücklich erwähnen, dass ich offen für Überraschungen bin. Gut konservierte dreißig Jahre alte Demoerfahrung besitze ich auch.

In den Tagen vor dem Klimastreik hatten einige Institutionen und Unternehmen die Spannung gesteigert. Etwa Düsseldorfs Oberbürgermeister. In mehreren Medienmeldungen hieß es, er habe den Angestellten der Stadt für die Klimademo freigegeben. Das klang im ersten Moment nach einer Art Streik von Amts wegen. War es dann doch nicht. In einer internen Anweisung hieß es nur, Urlaubsanträge der Stadtangestellten für Freitag seien zu genehmigen, „falls dienstliche Belange nicht entgegenstehen“. Es galt also das, was sowieso immer gilt. Das Paketunternehmen Messenger kündigte in einer Pressemittelung eine kollektive Arbeitsniederlegung an.

Allerdings gibt es auch hier etwas zu mäkeln. Die Firma kündigte an, ihre Arbeit am Freitag zwischen 12 und 12:15 Uhr einzustellen. Kurzstreik in der Mittagspause – es geht nichts über neue kreative Bewegungsformen, um so besser, wenn sie sich auch noch mit PR verbinden lässt. Aber als Streik im Sinne eines Streiks gilt das nicht. Auch nicht der Ausstand von Hamburger Springer- und Gruner + Jahr-Mitarbeitern. Denn denen hatte die Verlagsleitung frei gegeben, um mitzulaufen. Der eine oder andere dürfte auch zu Berichterstattungszwecken dabei gewesen sein.
Lässt sich das eine von dem anderen eigentlich unterscheiden?

Bei meiner Recherche habe mir vorgenommen, dem Theorem vom schwarzen Schwan zu folgen: Finde ich auch nur einen, der tatsächlich streikt, dann wäre der Begriff „Klimastreik“ für diese Veranstaltung jedenfalls nicht völlig gaga. Auf meinem Streifzug begleitet mich Joachim Steinhöfel, dessen Anwaltskanzlei um die Ecke liegt.


Es dauert nicht lange, bis wir in dem Klimastreikzug an der Binnenalster einen bärtigen Mann in blauen Airbus-Arbeitsoverall entdecken. Er heißt Sebastian, auf seinem Rücken trägt er einen ver.di-Sticker, und er bestätigt, dass er tatsächlich bei Airbus arbeitet. Um es gleich zu verraten; bei ihm handelt es sich um das einzige Exemplar eines gewerblich Beschäftigten, dem ich an diesem Tag begegne. In seiner Hand hält Sebastian Schilder mit mehreren Botschaften. Die oberste lautet:
„Capitalism = Destruction /Revolution = Solution“. Und auf dem um 90 Grad versetzten Schild darunter: „H2+O2= Future/Oil + Cole“ (also Coal) „+ Kerosin + Nuclear = Ruin.“

Vielleicht lag und liegt ja die Lösung speziell für Airbus tatsächlich nicht im Kapitalismus. Und H2O2 – Wasserstoffperoxid – eignet sich nicht nur zum Haarefärben, es lassen sich auch Fluggeräte damit antreiben, übrigens auch schon die V2, die Flüssigkeit gilt nur als hochexplosiv.

Aber ohne Zweifel: Sebastian gehört zu den technisch und naturwissenschaftlich Gebildeten auf diesem langen Marsch. Auch zu den Netten. Aber auch er streikt nicht. „Ich war heute zwei Stunden auf Arbeit und bin dann gegangen. Gleitzeit.“
Frage an einen mittelalten mittelbürgerlichen Herrn auf dem Fahrrad, der für eine Initiative hier ist, die das Bäumefällen in einem Wald bei Hamburg zugunsten von neuen Containerstellplätzen verhindern will: „Streiken Sie?“
„Nein“, sagt er, „ich bin Freiberufler. Ich kann es mir leisten, hier zu sein.“
Sebastian, der Freiberufler und noch ein paar andere bilden eine Art gemäßigten Block mit antikapitalistischer Note innerhalb der Demo. Das entschieden größere Kontingent lehnt diese Lahmarschigkeit entschieden ab.
Ein Junge um die 20 trägt ein Pappschildchen mit der Aufschrift: „There’s no money on a dead planet“.

Wir sagen Hallo und fragen: „Ist es denn nicht genau umgekehrt? Wenn alles Leben tot ist auf der Erde, dann bleibt doch das Geld übrig?“
Der Junge starrt uns etwas irritiert an und meint, das wisse man nicht. „Ich bin dann auf jeden Fall weg.“
„Der da auch?“ Ich zeige auf das blaue Plüschkrümelmonster, das irgendwie ein Teil seines Rucksacks bildet. Deshalb auch das Du; es fällt schwer, Menschen zu siezen, die einen Krümelmonsterrucksack tragen.
„Der auch.“
„Streikt ihr?“
Jetzt wird er etwas fuchtig. „Was ist eigentlich Ihre Intention? Was erwarten Sie?“
„Vielleicht eine Antwort?“
„Stehen Sie nicht im Weg rum“, sagt beziehungsweise zischt der Krümelmonsterträger.
Tun wir gar nicht. Wir stehen auf dem Bürgersteig, ihm und den anderen gehört der ganze Jungfernstieg.
Also wieder kein Streikender.


Aber da, in der Menge, gibt es ein Plakat mit Arbeiterbezug: „Kein Fleisch mehr in Betriebskantinen! Keine kostenfreien Firmenparkplätze!“ Es sind allerdings keine Arbeiter, die da gegen das Schweineschnitzelsystem aufbegehren, sondern sehr junge schwarzgekleidete Menschen.
Zwei junge Männer tragen ein Banner mit der Parole: „System Error.“

Ein ziegenbärtiger studentisch aussehender Junge hält ein Plakat hoch, das viele andere Plakate knackig zusammenfasst: „Verbietet uns endlich was“. Die Parole dieses Sommers, möglicherweise auch des nächsten und übernächsten. Auf der Rückseite seines Schilds steht: „Don’t fuck the planet, fuck me“.
Wir nehmen davon Abstand.


Allmählich gleiten wir in die große sozialistische Zone. „Marxistische Studierende Hamburg“ verteilen Flyer. „Climate vs. Capitalism – Klimakiller enteignen“ klärt die „Sozialistische Alternative“ an ihrem Stand auf.

Dort verkauft ein junger Mann die Antikapitalistische Klimazeitung. Schlagzeile: „BURN CAPITALISM, NOT THE PLANET“. Ich kaufe ein Exemplar für einen Euro (die Höhe der Spende kann man selbst wählen, insofern ist man bei der SAV liberal).
Frage: „Weißt du eigentlich, dass der Sozialismus der Umwelt nicht besonders gut getan hat?“
„Das war ja kein richtiger Sozialismus.“
Die zweite Frage – „streikst du eigentlich“ – zieht der Reporter gleich wieder zurück. Quatsch, der Junge arbeitet ja als SAV-Zeitungsverkäufer.


In der großen Der-nächste-Sozialismus-wird-besser-Zone gerät die Klimafrage zum, wie es früher hieß, Nebenwiderspruch. Erst mal ist der Kapitalismus dran. Eine junge Frau sammelt Unterschriften für einen Volksentscheid: „Schuldenbremse streichen“. Weil, wie sie erklärt, der Staat Wohnungen bauen soll. Warum nur der Staat?
„Der Kapitalismus“, erklärt sie, „ist das Problem.“

„Und wo“, will Joachim wissen, „hat es jemals ein System gegeben, das den Menschen mehr Wohlstand und Freiheiten gegeben hat als der Kapitalismus?“
„Das Bildungssystem der DDR war dem heutigen weit überlegen“, antwortet das Mädchen. In den naturwissenschaftlichen Fächern schon, allerdings gab es nicht nur die.
„Woher weißt du das eigentlich?“, möchte ich wissen.
„Ich studiere Erziehungswissenschaften. Da war das ein Thema.
Außerdem war die Solidarität in der DDR viel größer.“
„Und woher weißt du das?“
„Dazu gibt es Studien.“
„Von wem?“
„Kann ich jetzt nicht aufzählen.“
An der Stelle erwähne ich, dass ich 1966 in der DDR geboren wurde, dass meine Erfahrungen etwas anders waren und die ziemlich vieler Demonstranten im Hebst 1989 offenbar auch.
Sie sagt wieder etwas mit Kapitalismus, das meiste geht im Lärm eines Protestsängers nebenan unter, der gerade die Binnenalster beschallt.
Ich schreie noch die Frage: „Wie alt bist du eigentlich?“
„Fünfundzwanzig“, schreit sie zurück.

Es ist mittlerweile 16 Uhr; vor neun Minuten twitterte die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock, sie sei „bitter enttäuscht“, wie „lasch“ die Maßnahmen des Klimakabinetts in Berlin ausgefallen sind. Das Problem Baerbocks und der Grünen allgemein besteht allerdings darin, dass ihre Ansichten wiederum hier, auf der Pachtmeile der Marxistischen Studierenden, der sozialistischen Zeitungsverkäufer und unhöflichen Krümelmonster als sehr lasch und schon halbbürgerlich gelten.

Jetzt gehen die Reporter und Zeitzeugen wieder zurück, gegen den Demonstrantenstrom, der sich etwas auflockert. In Berlin zur etwa gleichen Zeit, melden die Nachrichten auf dem iPhone, haben Aktivisten mehrere Straßenkreuzungen mit sehr viel Plastikflatterband abgesperrt. So etwas fehlt hier, jedenfalls bis jetzt.

Eine Frau (wir sind wieder in der Klimazone) hält einen Papp-Pinguin hoch, der auf einer Styroporscholle steht und Bluttränen weint. Das, sagt sie, soll symbolisieren, dass die Antarktis schmilzt. Von dort wurde übrigens gerade mit minus 98,6 Grad Celsius die kälteste jemals auf der Erdoberfläche gemessene Temperatur gemeldet. Das, sage ich, lässt dort die Pinguinbluttränen gefrieren. Darüber will sie nicht diskutieren. Ich eigentlich auch nicht.

Den Medienmeldungen nach sollten es in Hamburg 70 000 Demonstranten gewesen sein. Einen Streikenden konnten wir nicht finden, nicht alle hatten ein Anliegen, das sich auf Klima bezieht. Und vor allem – das fällt dem Reporter erst jetzt auf – die Demonstration war praktisch rein weiß. Keine Migranten. Ich mit meiner DDR-Herkunft zähle da wahrscheinlich nicht richtig.

Am späten Nachmittag beginnen Demonstranten, eine Straßenkreuzung im Hamburger Zentrum zu blockieren. Dann muss auch die Bahnstrecke zwischen Hamburg Dammtor und Hauptbahnhof wegen Personen im Gleis gesperrt werden. Vorübergehend gibt es keinen Zugverkehr Richtung Süden. System Error.
Die Tagesthemen klären am Abend darüber auf, wie viel CO2 schon eine Google-Anfrage kostet, beispielsweise nach der Temperatur in der Antarktis. Und wie viel erst eine Stunde Netflix.

Die ARD selbst ist offenbar auch CO2-neutral.
Der nächste Sozialismus auch.

30 Kommentare
  • SirYesSir
    21. September, 2019

    «Verbietet uns endlich etwas» ist in der Tat eine Protestparole, deren Entstehung man tiefenpsychologisch erforschen sollte, weil sie ohne Zweifel lohnende Einblicke in den Zustand unserer Noch-Mehrheitsgesellschaft eröffnen würde. Sie scheint mir auszudrücken: Bitte setzt unserer Hysterie endlich Grenzen, weil wir uns selbst nicht aus dem Verkehr ziehen können und sonst immer noch einen Schritt weitergehen müssen in Richtung Wahnsinn. Irgendwo zwischen Borderline und manisch-depressiver Schizophrenie angesiedelt, vermute ich.
    Ansonsten überrascht die krude Revolutionslyrik nicht, denn selbst der chronisch linksgestrickte Hamburger Verfassungsschutz hatte davor «gewarnt», dass die Demo von extremeren Spielarten der Linken «unterwandert» werden könnte. Selbstverständlich wurden auf dem Marsch durch die Shoppingmeile der Mönckebergstraße auch gleich alle dort befindlichen AfD-Bürgersprechstundenplakate abgeräumt, das war ja ein demokratisches Abwaschen.
    Und noch eine kurze Gegenbeobachtung: Doch, eine Hijabträgerin mit Klimapappplakat habe ich gesehen. Eine von 70.000, während ihre Brüder, Onkel und Cousins lieber weiter im AMG-Mercedes um die Alster gecruised wären. Es ist also Hoffnung. Bei der nächsten Demo fürs Gute und gegen das Schlechte sind sicher auch die übrigen 1,7 Millionen Hamburger dabei.

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  • Jörg Plath
    21. September, 2019

    Das Tagesthemen-Standbild kann man doch prima dazu benutzen, zu fordern diese Sender abzuschaffen. Für eine Stunde ARD gucken 200 g CO²-Ausstoß, das ist ein Skandal! Und bei vielen läuft die Glotze den ganzen Tag… Myosga und Co. zu konsumieren grenzt eh an Körperverletzung, also ein weiterer Grund. Das wird mal eine schlagkräftige Demo!

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  • Eddie Graf
    21. September, 2019

    Im Länderspiegel beschimpfte der Moderator die Kreuzfahrtschiffe als Drecksschleudern, aber selber produziert das ZDF das «Traumschiff» seit fast 40 Jahren und es folgen noch neue.

    Allein dies und die herangeschafften Kulturschaffenden, Filmcrews etc. produzieren anscheinend auch nichts.

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  • Grand Nix
    21. September, 2019

    Der Homo-Mensura-Satz von Protagoras kam mir sofort in den Sinn, als ich Ihren Bericht zur Hamburger Klima-Demo verdaut hatte.
    Er lautet ja bekanntlich:
    „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“
    Zu gerne wäre ich – als Dritter im Bunde – bei diesem Spuktakel dabeigewesen.

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  • Klaus Lehmann
    21. September, 2019

    Was wir dringend brauchen ist ein Blackout von 7 Tagen. Danach wären viele von denen kuriert. Allerdings bestände dann die Gefahr, durch den Ausfall des Smartphones den Lemmingen gefolgt zu sein. Einer verwöhnten Generation ist anders nicht beizukommen leider!

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  • asisi1
    21. September, 2019

    Bei der derzeitigen Politik ist abzusehen, wann ca. 90% der Bevölkerung vom Staat alimentiert werden müssen! Die restlichen 10% werden dann von den ausländischen Banden um Hab und Gut gebracht, wenn nicht schon vorher der Staat zugeschlagen hat!

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  • Heinz
    21. September, 2019

    Danke für die Info. Eine schöne Arbeit von Alexander. Überwiegend scheinen „rote Socken“ unterwegs zu sein.
    Nichts gelernt aus der Geschichte? Oder die alte Suche nach Schuldigen, nach einfachen Antworten.

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  • M. Hoffmann
    21. September, 2019

    Danke, Herr Wendt, daß Sie diese Tortour auf sich genommen haben. Ich wollte mir eigentlich hier bei uns in Göttingen auch ein persönliches Bild von der Demo machen, habe mich aber dann doch für das Radl entschieden. Meine Vorurteile wurden durch Ihren Bericht vollkommen bestätigt.
    Besonders irre finde ich, daß viele Eltern und Lehrer die Kinder auf die Demos schicken, um sich dann von den Bälgern ans Bein pinkeln zu lassen. Man kann sich auch selbst seiner Würde berauben. Ein weiteres Zeichen der zunehmenden Dekadenz unserer Gesellschaft.

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  • Wanninger
    21. September, 2019

    «Wieviel Moral verträgt die Demokratie?»
    Interview vom 25.08.2019 mit dem Philosophen Konrad Liessmann im Deutschlandfunk

    https://www.deutschlandfunk.de/interview.693.de.html?drbm:date=2019-08-25
    https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/08/25/wieviel_moral_vertraegt_die_demokratie_interview_konrad_p_dlf_20190825_0811_c2770509.mp3

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  • Simon Wandler
    22. September, 2019

    FFF: Nie war Realsatire lustiger. Aber als Ossi fragt man sich, aus welchen Biotopen so viel unfreiwillige Komik sprießen kann. Wer hat diesen ganzen ungelüfteten Gedankenmoder angelegt? Warum kann diese völlige Geschichts- und Wirklichkeitsblindheit überhaupt Raum greifen? Rätselhaft. Ich verstehe diese Menschen nicht.

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    • Dorothea Bär
      23. September, 2019

      Prachtvolle Reportage! Ich lache jetzt noch.. 😁
      Es ist tatsächlich so: die junge Generation ist dermaßen verblödet, dass sie einfach mal aus Lust an der Zerstörung ihre eigene Zukunft den Gully runterspülen will.
      Dieselbe Generation, die sich da so lustvoll der Beendigung jenes Wohlstands widmet, dem sie seit dem Tag ihrer Geburt bis heute auf der Tasche liegen und ihre netflix-Abos, Apple-Handys, Internet-Flatrates, BAföG und Hartz4-Rundumversorgung verdankt, ist interessanterweise auch noch so blöde, nicht einmal eine einzige Sekunde lang gegen die viel größere und viel realere Gefahr des Zusammenbruchs durch ausuferndes Gelddrucken durch Zentralbanken, Bankster und Politiker zu machen.
      -Dummer, zum selbstständigen nachdenken unfähiger Pöbel, der sich auf seine primitive Gesinnungsethik gottwerweißwas einbildet und zur Strafe dafür die nächsten 3/4 seines Lebens noch in bitterer Armut verbringen muss. Geschieht ihnen ganz recht; ich danke dem lieben Herrgott dafür, dass ich schon alt genug bin, um den von ihnen heraufbeschworenen neuerlichen (Öko-) Faschismus und den Niedergang unserer Gesellschaft und ihrer Segnungen nicht mehr miterleben zu müssen.
      Merke: Die erste Generation baut auf, die zweite erhält, die dritte zerstört.
      – Ihr seid diese «dritte Generation». Genießt eure Zerstörungsorgien, viel mehr schafft ihr ja nicht mehr in eurem Leben!

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    • B. Rilling
      24. September, 2019

      Ich als ehemaliger Ossi finde das allmählich nicht mehr lustig, sondern verstörend! Es ist für mich wie ein Déjà-vu. Grauslig!

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  • F. Hoffmann
    22. September, 2019

    Das Kürzel FFF ist besser durch FDJ zu ersetzen. Freitags Demonstrierende Jugend.

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    • Frank Bodenstedt
      22. September, 2019

      Ja, klingt gut und zutreffend. Allerdings bevorzuge ich die angelsächsische Formulierung, nämlich Fools For Fridays.

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    • Dreggsagg
      23. September, 2019

      @ F. Hoffmann:
      Ein guter Vorschlag, dann könnte Frau Merkel nach endlicher Abgabe der Kanzlettenschaft wieder eine führende Rolle bei der freitags demonstrierenden Jugend FDJ übernehmen.

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  • Halbbürgerlich
    22. September, 2019

    The evolution has taken a dramatic downturn. There is no such thing as fart joke, no political satire, no culture of idiocy, no crass humor, no Beevis and Butt-Head, no futuristic satire.
    No, No. No, No. It´s for real.
    The fundamental constants of Ideocaty exist. Here and now and forever and ever. Of that there is no doubt.

    From this place, and from this day forth, commences a new era in the history of the stupid world, and you can all say that you were present at its birth. Goethe

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  • Dreggsagg
    22. September, 2019

    Streik hin oder her;
    der politische Streik ist meines Wissens in Deutschland verboten.
    Nun ja, es wird Greta nachgeäfft, die den schwedischen Skolstrejk plakatiert hat und alle papageien es nach.
    Es wächst da eine kommunistisch indoktrinierte Jugend heran und es kann einem angst und bange werden ob der Naivität, mit der nachgeplappert oder wieder aufgewärmt werden soll, was LÄNGST sein Scheitern eindrucksvoll dokumentiert hat.

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  • Bestmensch
    22. September, 2019

    Mein Fundstück der Woche gefunden bei Freie Denker michael-klonovsky.de

    Bei seiner Wahlkampfrede im Thüringischen Arnstadt sagte Alexander Gauland:

    «Ich darf noch einmal daran erinnern, dass die AfD den Klimawandel nicht leugnet – das Klima wandelt sich permanent –, sondern dass wir den Anteil des Menschen am Klimawandel für nicht hinreichend geklärt halten.
    Auch wenn Sie aus den Medien ständig etwas anderes hören: Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über eine durch den Menschen verursachte Erderwärmung. Was es gibt, ist eine politisch motivierte Panikmache. Wir haben vom komplexen Klimasystem der Erde und sämtlichen Faktoren, die es beeinflussen, nur vage Vorstellungen. Wissenschaftler der NASA vermuten, dass wir am Beginn einer kleinen Eiszeit stehen, weil die Sonne ein sogenanntes Minimum einlegt, eine Pause sozusagen. Doch solche Vermutungen passen nicht in das politische Konzept einer globalen Erwärmung. Weil die Computermodelle, auf die sich der Weltklimarat IPCC beruft, eine Erwärmung prophezeien und die grüne Weltkirche ihre Klingelbeutel nur gefüllt bekommt, wenn der Mensch, der Kapitalismus bzw. der Westen schuld sind, hat dieser Klimawandel menschengemacht zu sein.»

    Danach erläuterte der AfD-Vorsitzende die klimapolitischen Ziele seiner Partei.

    «Erstens: Wir wollen zunächst einmal, dass die Kohlekraftwerke so lange am Netz bleiben, wie die Regierungskommission beschlossen hat, allein schon aufgrund der Tatsache, dass weltweit derzeit an die 1.400 neue Kohlekraftwerke geplant oder schon im Bau sind. Das macht unseren Aktionismus ein bisschen lächerlich, zumindest aber völlig wirkungslos. Der deutsche Kohle-Ausstieg soll sich wie geplant auf den Zeitraum 2022 bis 2038 erstrecken, damit die Beschäftigten eine Frist und eine Perspektive erhalten. Hypothesen und Hysterien dürfen keine Arbeitsplätze vernichten.

    Zweitens: Flexible moderne Gaskraftwerke mit hohem Wirkungsgrad sollen auch in Zukunft die Grundlast sichern. Die alternativen Energien wiederum sollen in einem sinnvollen Rahmen die Stromproduktion mittragen, wobei wir für eine Abwägung zwischen Nutzen und Schaden plädieren, denn Windräder haben schon genug Landschaften verschandelt und Vögel getötet.

    Drittens: Der überstürzte Atomausstieg muss zurückgenommen werden. Die Atomkraft ist eine weitgehend klimaneutrale Alternative zu den fossilen Energieträgern. Wenn es wirklich so schlimm steht um das Weltklima, wenn CO2 der Grund ist und der Mensch der Auslöser, worauf warten wir dann noch? Hier ist das Verhältnis zwischen Risiko und Effekt viel eindeutiger und vor allem günstiger als bei der Energiewende. Inzwischen gibt es enorme Fortschritte in der Technologie des sogenannten Schnellen Brüters. Das Endlagerproblem könnte bald der Vergangenheit angehören. Auch das wirkliche Menschheitsprojekt Kernfusion ist noch lange nicht vom Tisch. Schweden wird oft wegen seines vorbildlich niedrigeren Pro-Kopf-Ausstoßes an CO2 gelobt. Was Sie in diesem Zusammenhang nie zu hören bekommen: Schweden deckt etwa 40 Prozent seines Energieverbrauchs mir Atomstrom.»

    «Wir sind uns auch der Tatsache bewusst, dass uns das Schicksal Afrikas nicht gleichgültig sein kann. Nur gilt eben auch hier die Maxime, dass Politik sich an den Realitäten orientieren muss, nicht an frommen Wünschen. Die Bevölkerung Afrikas wächst derzeit alle zwölf Tage um eine Million Menschen. Die knapp zwei Millionen Migranten, die wir seit 2015 aufgenommen haben und die uns hier vor erhebliche Probleme stellen, sind dort in einem halben Monat nachgeboren worden. Niemand in Afrika bemerkt unsere fatale Großzügigkeit! Dagegen hat ein direkt in Afrika ausgegebener – oder noch besser: investierter – Euro nach den Worten des deutschen Entwicklungshilfeministers Gerd Müller die dreißigfache Wirkung wie ein in Deutschland eingesetzter. Außerdem gelangen derzeit die stärksten und rücksichtslosesten Wanderer nach Europa, keineswegs die bedürftigsten.

    Unsere Position ist klar: Grenzen schließen, Masseneinwanderung beenden, stattdessen Hilfe für wirklich Notleidende und Investitionen an Ort und Stelle. Die Bevölkerungsexplosion ist das größte Problem unseres Planeten, übrigens auch für die Umwelt. Wenn wir uns weiter als eine Art Überlaufbecken dafür anbieten, werden wir bald überhaupt niemandem mehr helfen können.»

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  • Smirnoff
    22. September, 2019

    Ich hätte mich als Teilnehmer dieser Demo zu gerne einem überkritischen Block (kurz vor der Kernschmelze) angeschlossen und zusammen mit meiner Familie passende Plakate gemalt:

    «Schluss mit preiswerten Urlaubsflügen! – KLIMASTREIK»
    «Für mehr Steuern! – Für mehr Umwelt!»
    «Klimaschutz VOR Wohnraum!»
    «Warme Wohnung? Das Klima stirbt!»
    «Industrievermeidung ist Umweltschutz»
    «Mehr Vorschriften JETZT! Klimastreik!!»
    «Eisbären brauchen keine Arbeitsplätze!»
    «Klimaraub ist Diebstahl!»
    «Wir sint bund, wir sint laud, weil ihr uns das Klima klaud!»
    «Dieselschmutz und

    Die US-Amerikaner betreiben eine No-Fly Liste unwerwünschter Flugpassagiere.
    https://www.no-fly-list.com/
    Personen, die dort eingetragen sind, wird der Lufttransport verwährt.

    Unser Trumansches Klimakabinett in Berlin sollte auch so was einführen – für Klimabewegte.

    Jeder, der das Klima retten möchte, lässt sich darin offiziell eintragen und erhält als Ersatz für die entfallenden Miles-and-More Punkte, äquivalente Moralbonuspunkte, mit denen man sich vor anderen moralisch aufplustern kann. Der Haken: Ein Eintrag bleibt mindestens 5 Jahre bestehen.

    Wollen doch mal sehen, wer von diesen Heuchlern sich dann dort einträgt!

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  • Hans Krüger
    22. September, 2019

    Danke für den lesenswerten Artikel und den Blick über die Hamburger Freitagsdemo . Wo geht diese Reise hin in unserm Lande ? Mich erschreckt, dass soviel Trittbrettfahrer auf den Freitags-Demo-Zug aufgesprungen sind. Deutschland wird die Welt nicht retten können.

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  • Corinne Henker
    22. September, 2019

    Ihre Erfahrungen decken sich mit den meinigen. In unserer radiologischen Gemeinschaftspraxis im Kölner Speckgürtel war der «Klimastreik» am Freitag absolut kein Thema, weder bei uns Partnern noch bei den Angestellten. Und auch unseren Patienten waren ihre Untersuchungen ganz offensichtlich wichtiger als die Rettung der Welt. Alles in allem war es ein ganz normaler Arbeitstag – wäre nicht die multimediale Dauerbeschallung vor und nach der Arbeit gewesen.

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    • Berger
      23. September, 2019

      Frau Henker, der von Ihnen beschriebene Sachverhalt führt natürlich auch dazu, dass die hüpfenden Klimaretter und Systemveränderer die öffentliche Debatte dominieren, während die schweigende bzw arbeitende Mehrheit praktisch nicht vorkommt.
      Obwohl, Mehrheit? Ich persönlich fürchte mittlerweile, dass die Leute, die den Laden am Laufen halten, eher schon in der Minderheit sind.

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  • oldman
    22. September, 2019

    Das Hauptproblem sind die durchwegs linksverseuchten Medien, ARD und ZDF vorneweg. Ohne deren ständiges Trommelfeuer falscher, widerlegter, aber ständig wiederholter Parolen müssten wenigstens ein paar der Leute dort das eigene Denken nicht ganz einstellen. Das mit der schmelzenden Antarktis ist nur einer der Gipfelpunkte der Veranstaltung. Der Irrsinn mit Sozialismus 2 ist genau so bedenklich. Sich informieren und eigenständig denken ist völlig abgekommen. Schlimme Aussichten.

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  • Jürgen Mai
    22. September, 2019

    Gratulation zu dieser Reportage! «Verbietet uns endlich etwas» ist die natürliche Reaktion von wohlstandslinken Kindern mit existenzieller Langeweile. Und sie sollen für ihr Engagement belohnt werden! Sie werden bestraft, sie werden leiden. Sie werden endlich was Echtes spüren, wenn ihre Eltern zum ersten Mal in ihrem Leben fuchsig werden, weil die Einkäufe von Bio-Kost aus Asien und Südamerika die 100-Euro-Marke knacken. Und da das nicht reicht, holen sie sich danach noch die sozialistische Revolution, die ja der eigentliche Treiber für die Klimabewegtheit ist. Diesmal gibts garantiert nicht Millionen Tote, Verarmung und Terror. Diesmal wirds was! Und wenn nicht, dann ist das Gefühl umso schöner.

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  • Eva aus Bayern
    22. September, 2019

    Unser Büro liegt sehr nahe am Ort des ‘Klimastreiks’. Es war klar, dass man mit Gleitzeitentnahme mittags hingehen kann. (Streik ist also das falsche Wort.) Meines Wissens sind 3 von ca. 15 dort gewesen. Am Rückweg vom Mittagessen, das ich absichtlich sehr spät einnahm, sah ich noch einige glückliche, blutjunge Mädchengesichter mit ihren schlampigen Pappkartons mit Quatsch-Sprüchen.
    Meine Tochter (20) schrieb zeitgleich eine schwere Prüfung in physikalischer Chemie im Chemie-Biologie-Ing-Studium. Sie war danach sehr, sehr erschöpft. Ob es ihr etwas nützt?

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  • Dr. S.
    23. September, 2019

    Ich erinnere mich noch gut als junger Jugendlicher an die Montagsdemos 1989. Damals hätte ich gern mal die heutigen Bilder von Westdeutschen, die krampfhaft um die Einführung von Sozialismus und Verboten aller Art betteln, gehabt, um sie auf großer Leinwand allen vorzuspielen. Die Reaktion hätte mal interessiert. Vielleicht hätte man das mit dem völlig bedingungslosen Beitritt zum damals noch nicht ganz so dekadenten Westen noch einmal überdacht. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß man das als einen verrückten inszenierten Fantasiefilm, eine Dystopie, abgetan hätte. Inszeniert wäre ja auch nicht ganz falsch gewesen.
    Dumm nur für die heutigen West-Kommunisten, daß sie nicht warten können, bis der letzte gestorben ist, der die DDR noch hautnah miterlebt hat. Die mitteldeutschen Länder werden den Sozialismus leider noch nicht zurückhaben wollen, auch wenn er im Klimagewand daherkommt.

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  • Dr. S.
    23. September, 2019

    Ist das eigentlich in Deutschland? Ich sehe so viele englische Plakate und die brüllen doch auch ihre Parolen in Englisch. Vermutlich hat der Autor noch die wenigen in deutscher Sprache verfaßten Schilder herausgemendelt, denn bei anderen Berichten habe ich ausschließlich englische Banner gesehen.
    Ich stell mir nur gerade bildlich eine Demo in USA oder England vor, wo US-Amerikaner oder Engländer mit überwiegend deutschen Bannern marschieren und in deutscher Sprache internationalsozialistische Sprüche brüllen…

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  • Werner Bläser
    23. September, 2019

    «Verbietet uns endlich etwas!» – Kaum etwas beschreibt das Psychogramm der ewigen deutschen Seele besser.
    Dies und «german angst». Der typische Deutsche verfällt in Panik, wenn Freiheit droht. Sie muss mit Verboten, mit Regeln, mit Organisation, mit Gemeinschaftshandeln bekämpft werden. Erst das verschafft ihm Seelenruhe und mildert seine tiefgreifende Furcht vor der Welt.
    Nichts ist dem Deutschen so angemessen wie die neue grüne Klimareligion. «Es wird böse enden» war der Kult-Spruch von Werner Enke in May Spils’ Erfolgsfilm «Zur Sache, Schätzchen» von 1968. Der Deutsche suhlt sich geradezu genüsslich in Visionen vom Weltende, das nur durch grosse Ideologie-Würfe abgewendet werden kann.
    Niemand hat den Kommunismus und den Faschismus – diese Verbots- und Verdammungsideologien – so perfektioniert wie wir. Und jetzt den Grünismus.
    Wir brauchen einfach Vorgaben, die uns das eigenständige, individuelle Denken abnehmen. Insofern ist die neue Religion so deutsch, deutscher, spiessiger, miefiger, ja reaktionärer, geht es einfach nicht mehr.

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  • Paul
    23. September, 2019

    Eine rein weiße Veranstaltung…keine Migranten zu sehen, ich muss schmunzeln. Auch wenn von daher eher keine Sprachbarrieren zu erwarten sind, lohnen sich sachliche Diskussionen dennoch nicht 😉
    Bezugnehmend auf ein Plakat: Hier steht mitnichten etwas von H2O2 – Wasserstoffperoxid, sondern: H2 + (PLUS) O2, also eher die Verbrennung von Wasserstoff die hier als Zukunftslösung angesehen wird. Was weit weniger abwegig ist…

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  • Bürger der BRD
    28. September, 2019

    Klimastreik ist wichtiger als seine Patienten:

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Original: Im nächsten Sozialismus wird alles besser. Und andere Systemfehler

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