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Politik, Gesellschaft & Übergänge

Gleichstellungsbeauftragte welcome!

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Eine Schnurre aus der fränkischen Bahnhofspassage

Von Alexander Wendt / / politik-gesellschaft / 23 min Lesezeit

Ab und zu gibt es auch heute noch Zeitungsartikel, Ausstellungen und sonstige öffentliche Mitteilungen über Migranten, wie sie 2015 noch häufiger zu sehen und zu hören waren: Über die offenen Grenzen strömen hoch motivierte Fachkräfte, und mit einigem Zuwarten ist ein neues deutsches Wirtschaftswunder praktisch gar nicht mehr zu vermeiden.

Wie gesagt: Wortmeldungen dieser Art kommen heute deutlich seltener vor; freudige Ausrufe wie die von Daimler-Chef Dieter Zetsche, da kämen die ersehnten Experten („Genau solche Leute suchen wir bei Daimler und überall im Land“) sind sogar ganz verstummt. Zumindest aus der Industrie. Nicht aber im öffentlichen Sektor. In der Nürnberger Königstorpassage am Hauptbahnhof ist die Plakatausstellung „FluchtPerspektiven“ zu sehen, öffentlich finanziert und initiiert von dem ebenfalls durch Stadt und Sparkasse finanzierten Verein „Refugees Nürnberg“. Der Bayerische Rundfunk berichtet schwungvoll über die Plakatschau:

„Unter dem Motto #FluchtPerspektive sind am Nürnberger Hauptbahnhof entlang der Königstorpassage zur Zeit verschiedene Motive in beleuchteten Glasvitrinen ausgehängt. Auf den Bildern sind Flüchtlinge zu sehen, die im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen sind. Gleichzeitig zeigt die Kampagne die Wünsche und Ziele der Menschen.“

Was also sind die Wünsche und Ziele zwar nicht der Menschen allgemein, aber derjenigen auf den Plakaten?

„Sabreen beispielsweise kam aus dem Irak nach Nürnberg. Mittlerweile lernt sie deutsch und möchte 2021 Gleichstellungsbeauftragte werden.“

Ein echter Mangelberuf, um mit der Kanzlerin zu sprechen. Sabreen könnte tatsächlich eine hochmotivierte Kraft sein, die verstanden hat, wo es in Deutschland am flottesten vorwärts geht: nicht unbedingt durch eine Lehre bei Daimler und/oder Maschinenbaustudium – wer weiß schon, ob Diesel und Benziner nicht in zehn Jahren vorm Totalverbot stehen – sondern über den Karrierekanal einer Beauftragten. Theoretisch dürfen Männer und Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden, praktisch nur gesellschaftliche Konstrukte der Sorte Frau. Und da Sabreen einen Migrationshintergrund aufweisen kann, legt sie noch einmal eine Trumpfkarte dazu, mit der sie biodeutsche Elses und Franzis und ihrem lediglichen Grünejugendhintergrund locker aus dem Rennen schubst.

Sitzt Sabreen erst einmal fest im Gleichstellungssessel, dann könnte sie Geld für eine Kampagne loseisen, in der geklagt wird, dass so wenige Mädchen technische Berufe ergreifen. Vielleicht lässt sich eine Plakataktion daraus machen? Die Agentur Scholz & Friends hilft bestimmt.

Was wollen die anderen in Nürnberg plakatierten Leute?

„Auch der Iraner Nawid kam 2015 nach Deutschland und arbeitet mittlerweile als DJ“, berichtet der BR. „Für das Jahr 2021 hat er sich vorgenommen, als Streetworker zu arbeiten.“

Wenn er als DJ tatsächlich sein Geld am freien Markt verdient, warum bleibt er nicht dabei? Anders gefragt: welche Jobs kämen denn noch so in Frage, wenn nicht Streetwalker beziehungsweise – worker? Politikberater in Berlin? Genderforscher? Redakteur beim BR? Einen kleinen Hinweis, was in Workshops angeregt und gefördert werden sollte, gibt auch die Seite von „Refugees Nürnberg»:

„Beim Musikprojekt ‚Rock the Casbah’ kamen junge Geflüchtete zusammen, um die westliche Popmusik besser kennen zu lernen. Unter Anleitung professioneller DJs haben die Teilnehmer die Grundlagen des DJing gelernt. Auf Konzerten zwischen Hip Hop, Indie und Electro haben sie Musik hautnah miterlebt. Nach 6 Monaten kennen sie sich nun super mit den verschiedenen Musikgenres aus und wollen nun selber…“

Gut dem Dinge. Übrigens gibt es eine ganze Reihe schon länger hier lebender Arbeitsmigranten, die sich über das Bildungsprogramm für die frisch Hereingeströmten – Studium westlicher Popmusik, dann vielleicht Beauftragte oder Streetworker – in einer Weise auslassen, die öffentlich-rechtlichen Redakteuren glatt das Mikro in der Hand verdorren ließe, wenn die so unvorsichtig wären, es ausnahmsweise in diese Richtung zu halten. Ein guter Bekannter des Autors beispielsweise, der aus Weißrussland einwanderte, hatte erst einmal eine Sicherheitsleistung von 5000 Euro beim deutschen Staat zu hinterlegen und schriftlich zu versichern, das er keine Sozialleistungen in Anspruch nehmen würde. Heute arbeitet er als Ingenieur für einen süddeutschen Autohersteller, finanziert mit seinen Steuern allerlei, demnächst auch den Posten der schlauen Sabreen, und er äußert sich über dieses Allotria mit beinahe akzentfreien deutschen Worten, die selbst harte Teilnehmer von Merkel-muss-weg-Demos schockieren.

Was, um in die Frankenmetropole zurückzukommen, will nun die Plakataktion am Hauptbahnhof?

„Man wolle mit der Kampagne sensibilisieren und zum Innehalten anregen, so Elnaz Amiraslani vom Verein Refugees Nürnberg. Der Verein ist Initiator der Aktion und will zeigen, welche Chancen gute Integration bietet. Weiter soll das Thema Arbeitsverbote für Flüchtlinge aufgegriffen werden, um Geflüchteten bessere berufliche Perspektiven zu ermöglichen.“

Damit handelt es sich nicht nur um eine reine Wohlfühlaktion, sondern einen Fall von öffentlich finanzierter Verbreitung von Fake News. Ein pauschales Arbeitsverbot für Migranten existiert nämlich nicht. Ausgeschlossen sind zwar Bewerber aus Ländern, für die die Anerkennungsquote bei Null liegt – etwa die Westbalkanstaaten – , Bewerber, die noch in den Aufnahmeeinrichtungen wohnen, und abgelehnte Asylbewerber. Aber grundsätzlich gilt laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, nachzulesen auf deren Webseite:

„Personen, die sich seit drei Monaten zur Durchführung eines Asylverfahrens gestattet im Bundesgebiet aufhalten, kann die Ausübung einer Beschäftigung genehmigt werden.

Die Frist beginnt mit der Ausstellung des Ankunftsnachweises oder, wenn diese nicht erfolgt, mit der Stellung des Asylantrages. Ein vorangegangener Aufenthalt wird auf die Frist angerechnet, wenn die Person aufgrund eines Aufenthaltstitels erlaubt oder wegen einer vorübergehenden Aussetzung der Abschiebung geduldet war. Die Genehmigung der Beschäftigung ist allerdings ausgeschlossen, solange die Pflicht in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen besteht; diese Pflicht gilt bis zu sechs Monate, im Falle von Asylantragstellenden aus sicheren Herkunftsstaaten aber auch darüber hinaus (§§ 47 Abs. 1 und 1a, 55 Abs. 1 Satz 1 und 3 und § 61 AsylG).

Auch bei Personen mit einer Duldung gilt für die Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung grundsätzlich eine Wartezeit von drei Monaten; direkt davor liegende Zeiten eines gestatteten oder erlaubten Aufenthalts werden hierbei angerechnet (§ 32 Abs. 1 BeschV). Keine Wartezeit besteht bei Personen, die eine Duldung besitzen, für bestimmte Beschäftigungen – wie die Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf -, für deren Genehmigung es keiner Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bedarf.“

Mittlerweile leben etwa 600 000 Migranten von Hartz IV, was sie gar nicht beziehen könnten, wenn sie nicht formal dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden. Leider besitzen von den arbeitssuchenden Migranten in Deutschland 59 Prozent keine Schul- und 80 Prozent keine Berufsbildung.

Seit die „Erklärung 2018“ fordert, die deutsche Migrationspolitik wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, mühen sich Wohlmeinende mit dem Nachweis ab, es wäre doch alles in Ordnung, beziehungsweise, es schüttele sich schon zurecht. Jedenfalls könnten und sollten auch weiter jährlich eine Viertelmillion überwiegend männliche und überwiegend unqualifizierte Einwanderer über das dafür überhaupt nicht vorgesehene Asylrecht hereinströmen, während es bei der Abschiebung längst abgelehnter potentieller Popmusikstudenten nur tröpfelt.

Apropos: Bei einer alternden Bevölkerung von 82 Millionen weist Deutschland nur noch etwa 27 Millionen Nettosteuerzahler auf, von denen allerdings 12 Millionen abgezogen gehören, die direkt oder indirekt vom Staat entlohnt werden. Die restlichen 15 Millionen – wie gesagt, seit kurzem gehört auch der weißrussische Freund dazu – schultern den Jahr für Jahr wachsenden Rest.

Solange die Verhältnisse in Kaltland so sind, tun smarte Neubürger wie Sabreen und Nawid natürlich gut daran, so schnell wie möglich auf die sichere Seite der Steuergeldversorgten zu kommen. Vermutlich sind sie klüger als Ernst Elitz und Liane Bednarz zusammen.

19 Kommentare
  • Ruediger1683
    4. April, 2018

    Interessant wird es erst, wenn Sie die (zukünftigen) Nettosteuerzahler in der Gruppe der 18-30jährigen zum Vergleich nehmen, dies dürften m.E. weniger als 5 Millionen sein, davon max. 3 Millionen nicht beim Staat beschäftigt. Diese sollen dann nicht nur zig Millionen Rentner, sonder auch die Versorgungsempfänger in ihrer Altersgruppe alimentieren, deren Anzahl sich durch die weise Politik unserer Kanzlerin mindestens verdreifacht haben dürfte. In der Folgegeneration spitzt sich das Ganze wegen unterschiedlicher Fertilitätsraten der Gebildeten zu den Bildungsfernen und der Katastrophe in den Bildungseinrichtungen dann zu, spätestens dann wird es massive Verteilungskämpfe geben, da die Ansprüche nicht mehr bedient werden können, bzw. nur noch durch Enteignungen oder enteignungsgleiche Besteuerung. Siehe dazu auch G. Heinsohn.

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  • Rainer Wehpunkt
    4. April, 2018

    «Gleichstellungsbeauftragte» ist heutzutage ein Top Job: man steht immer auf der guten Seite, kämpft für Gerechtigkeit, kann den ganzen Tag anklagen, verlangen und fordern …. da schaut mein Arbeitsalltag doch etwas mühsamer aus.

    Es gibt noch weitere interessante Jobmöglichkeiten: auf der verlinkten NDR-Website wird Frau Liane Bednarz als «AfD-Expertin» vorgestellt. Auch diese Tätigkeit «AfD-Expertin» erfüllt doch beste Voraussetzungen: man steht immer auf der guten Seite, kämpft für Gerechtigkeit, kann den ganzen Tag anklagen, verlangen und fordern….

    Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie langlebig dieses Berufsbild sein wird: der im selben Artikel genannte, mir bis dato unbekannte «hochdekorierte Dresdner Autor Ingo Schulze» wird mit einer Art ‘Letzte-Warnung’ zitiert:
    «Um nicht alle Gesprächsbrücken abzubrechen, würde ich es noch nicht als eine geistige Brandstiftung ansehen, aber es kann sich durchaus zu einer entwickeln.»

    Wohl wahr: «Es kann sich zu einer entwickeln…»! Ich würde mal sagen, ab 50.000 Unterschriften unter die «Gemeinsame Erklärung» ist «geistige Brandstiftung» festzustellen.
    Was? 50.000 Unterschriften wurden schon am Gründonnerstag erreicht? Dann also dürften die «AfD-Experten» am Ziel ihrer Wünsche sein: entschieden muß der Staat Konsequenzen ziehen und diesen schrecklichen braunen Sumpf trockenlegen, der Weltoffenheit, bunte Vielfalt und Toleranz bedroht.

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  • Heinz Stiller
    4. April, 2018

    Vor 17 Jahren kam ich auf die seltsame Idee, eine Chinesin zu heiraten. Betriebswirtschaftlerin. Ein Antrag beim Ausländeramt hatte zur Antwort: «Keine Chance». Obwohl ich «sehr gut situiert» war und garantieren konnte, dass sie dem deutschen Staat niemals zur Last fallen würde. Aber, nein. Ermessensentscheidung. Nach dem Verbrauch von vier (in Zahlen: 4) Anwälten und einem Wohnungswechsel in den Bereich einer anderen Ausländerbehörde klappte es schliesslich. Einige Jahre später dasselbe kostspielige Theater, und endloses Studium von Gesetzen und Vorschriften, als wir ihren 15jährigen Sohn aus erster Ehe nach Deutschland holen wollten.
    Heute arbeitet meine Frau als sehr gut bezahlte Einkäuferin in der Schweiz, mein Sohn ist Ingenieur in Deutschland.
    Wenn ich heute sehe, welche Leute nach Deutschland kommen, ohne Probleme, alimentiert werden, weil sie an der Grenze das Wörtchen «Asyl» aussprechen können, kommen mir Gefühle, die ich hier nicht beschreiben möchte.

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    • kdm
      5. April, 2018

      Ging mir ähnlich mit meiner russischen Gattin, die ich vor 17 Jahren in Berlin heiratete. Die deutschen bürokratischen Hürden waren sowas von grotesk… Meine Frau hatte ein Diplom, sprach drei Sprachen (auch Deutsch), ich hatte ein gutes Einkommen, eine Eigentumswohnung… trotzdem: immer neue Forderungen der deutschen Behörde.
      Und jetzt seh’ ich, wie Milliardensummen an Analphabeten und auch Kriminelle einfach so … und die Presse (deren Leser ich auch mal 40 Jahre lang war: Spiegel, ZEIT, SZ, FAZ, Tagesspiegel. Jetzt nicht mehr) jubelt dazu. Das macht sehr wütend.

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    • Orgelspieler
      5. April, 2018

      Hah. Ich habe immer gedacht meine Frau (Englaenderin, Aerztin,sprach und spricht fliessend deutsch), waeren die einzigen gewesen. Wir haben im Ausland geheiratet. Nach Ablauf meines Auslandsvertrages sind wir zurueck nach «good old Germaney». Meine Frau wollte arbeiten. Nach 18 Monaten hin und her, rauf und runter, teure Uebersetzungen ihrer Qualifikationen, wurde ihr gesagt, dass ihr Titel ‘Doctor’ in Dt nicht anerkannt wuerde. Diesen muesste sie in Dt nachholen. Das alles war vor gut 45 Jahren. Alles eingepackt, zurueck dahin wo wir hergekommen waren. Unser Integrations – Beitrag hier, respektive der unserer Kinder, eine Gehirnchirurgin und ein corporate software Schreiber. Gottseidank, diese ‘Luecken’ sind in Dt ja nun geschlossen.
      Sollte ich mal wieder das Gefuehl haben, nach Dt zu kommen, rufe ich Sie an. Wir koennen dann unsere Erfahrungen im Detail austauschen. LoL

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    • Johann Gruber
      5. April, 2018

      Es ist heute nicht besser. Ein befreundetes Pärchen versucht seit über einem Jahr eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Er Deutscher asiatischer Abstammung, Mitte 20, Masterabschluss, guter Job, hohes Einkommen (>60.000 Euro brutto). Sie Mitte 20, Asiatin, Masterabschluss in einem in Deutschland derzeit gefragten Beruf, bei dem multinationale Teams fast schon die Regel sind. Nur ist ihr Deutsch noch nicht gut genug. Jetzt haben sie im Ausland geheiratet, der Sprachkurs ist abgeschlossen und versuchen es weiter, aber bisher gab es noch kein grünes Licht.

      Wenn es auf persönlicher Ebene nicht so traurig wäre, ich müsste lachen wenn ich sehe, wo die deutsche Bürokratie Stärke zeigt..

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  • Helene
    4. April, 2018

    Diese Art von Aktionen, seien es Plakate, Filme, Zeitungstexte, rufen bei mir schon seit Jahren allergische Reaktionen hervor. War es zuerst nur ein Gefühl, so im Goetheschen Sinne („Man merkt die Absicht und ist verstimmt“), so ruft das emotionale Trommelfeuer, mit dem wir weichgekocht werden sollen, inzwischen, wie gesagt, immer stärkere allergische Reaktionen bis zur verhaltenen Wut hervor. Ich habe ja keine DDR-Erfahrung, aber es wäre für mich interessant zu wissen, wie man als dortiger Bürger auf den sicheren „Sieg des Sozialismus“ reagiert hat. Auch immer stärkere Allergie oder allmähliche Abstumpfung ob der immergleichen Parolen?

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    • Manuel
      4. April, 2018

      Im Alltäglichen, liebe Helene, ging vieles unter bzw. wurde von anderen Problemen überwachsen. Trotzdem sprang das «Der Sozialismus siegt» immer wieder mit geballter ideologischer Kraft in das tägliche Leben hinein (inflationär: Versammlungen vielerlei Art; Mangelerscheinungen, die in Erfolgsmeldungen umgeprägt wurden, Absichtserklärungen auf Zukunftsaussichten, Herabwürdigungen gegenüber Andersdenkenden u.v.m.), so dass man sich damit auseinandersetzen musste.
      Vieles nervte, manches wurde schon im Ansatz als Blah-blah erkannt und ging zum linken Ohr rein und rechts raus, bei anderem musste man sich genau überlegen, was man sagen bzw. antworten sollte, da man seine bürgerliche Existenz gefährden konnte, und man musste sich Taktiken ausdenken und umsetzen, die gestatteten, sich um das «Politische» herum zu schlängeln. Manche machten das nicht sondern sagten, was Sache war; die hatten aber dann zu leiden. Nicht jeder hatte das vor und machte folglich den Buckel krumm. Man konnte ganz gut leben, wenn man sich eingerichtet hatte. Und dann kam bei vielen (bei mir auch) ein «Stockholm-Syndrom» dazu, man machte sogar hier und da wirklich, wenn es nicht zu fettig wurde, mit!
      So, und wenn Sie das lesen sollten: Genauso, nur dass es nicht mehr um dieses Hirngespinst russischer Überfremdung und williger deutscher Erfüllungsgehilfen geht, geht es heute in Gesamt-Deutschland; heute geht es um nebulösen Quark von Unbelehrten und Unbelehrbaren, die partout die schöne «Soziale Marktwirtschaft», weil sie die nackte Profitmacherei beeinträchtigt, hintenherum abschaffen wollen.
      Aber auch Apologeten des «Kapitalismus» haben sich eingereiht: Wahrscheinlich dachten sie, mit Massen von Einwanderern den Arbeitsmarkt mit einer von Marx so genannten «industriellen Reserve-Armee» zu fluten, damit auch der letzte Steuerzahler noch zu einem gerademalso Übernulltarif gezwungen wird, seine Arbeit für solche Typen wie den schnauzbärtigen Daimlerchef oder andere zu verausgaben. Den Deutschen einreden zu wollen, die Immigration sei ein Segen, heißt auch Indoktrinierung – und viele weichen dem schon so aus, wie oben kurz beschrieben. Schließlich wird ihnen genauso an der bürgerlichen Existenz herumgeflickt, wenn sie den Mund aufmachen gegen diesen ganzen unmöglichen Zustand hier, wie damals in der DDR. Wie gesagt, nur nicht mit «Sozialismus» sondern -vielleicht – mit «der Islam gehört zu Deutschland»!
      Naja, wir werden sehen, was wir davon haben. Hauptsache, Maikäfer usw. können fliegen; schließlich setzt man sich ja für sie ein. Wie damals Mielke in der Volkskammer: «… ich setze mich doch ein! Ich liebe doch alle…» Oh Gott! (Darf ich das sagen? Vorsichtshalber noch hinterher: «Maschallah»!)

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    • Ute
      4. April, 2018

      Helene: Das war etwas anders damals. Man wusste zu DDR-Zeiten genau, dass man öffentlich die angesagte Meinung vertreten musste und die meisten taten das mit einem Augenzwinkern, teilweise sogar die Lehrer. Es gab viel Konsens über die entgegengesetzte «private» Meinung, zumindest habe ich das in meinem Umfeld so erlebt. Man hat es auch nicht ernst genommen, sondern sich bei jeder Gelegenheit darüber lustig gemacht, so eine Art Galgenhumor. Heute ist das anders. Die meisten Leute glauben das Zeug sogar noch, was ihnen als «Wohlfühl-Meinung» verklickert wird, vertreten mit Vehemenz Dinge, die sie nie und nimmer bei sich zu Hause dulden würden, und haben von virtue signalling noch nie was gehört.

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    • Harald B.
      5. April, 2018

      Wie wir reagiert haben? 1989 sagt doch alles!

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    • Peter C. Gerlach
      5. April, 2018

      Abstumpfung. Man hat die Parolen gehört, zu übersehen waren sie auch nicht, hat sie belächelt und ist zum Tagesgeschäft übergegangen (realitätsferne Berufsgruppen ausgenommen). Man hat sich seine Nischen zum (Über-)leben gesucht (wird heute immer schwieriger) und seinen Job so gut wie möglich gemacht.

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    • Anna
      9. April, 2018

      Ich habe DDR-Erfahrung. Man hat unterschiedlich reagiert. Sich einrichten, weghören, seins machen. Oder auch mitmachen,wenn es nützlich erschien. Bei mir führte das Dilemma letztendlich zum Ausreiseantrag, bei den Gebliebenen dann 1989 auf die Straße.
      Inzwischen fühle ich mich hier nun fast schlimmer als damals in der DDR. Und irgendwann, man kann nur hoffen, dass es nicht längst zu spät ist, wird diese uneinsichtige Regierung von der Straße her weggefegt. Leider ist der Bundesbürger sehr träge… Und begreifen kann ich allemal nicht, dass Merkel wieder am Ruder ist, es also noch immer viel zu viel Trägheit gibt.

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  • Bernd Lauert
    4. April, 2018

    Sie haben da ein Sahnehäubchen übersehen:
    In Ihrem Link zu L. Bednarz heisst es:

    > Der hochdekorierte Dresdner Autor Ingo Schulze wundert sich über die intellektuelle Schlichtheit der Erklärung und ist besorgt über mögliche Folgen.
    > Er sagt: «Um nicht alle Gesprächsbrücken abzubrechen, würde ich es noch nicht als eine geistige Brandstiftung ansehen, aber es kann sich durchaus zu einer entwickeln.»

    Und DAS haben Sie sich entgehen lassen?

    Ich kenne den gar nicht, ich bin Prolet.
    Aber erstens klingt «hochdekoriert» wie der Orden für den Verlust des Führers fehlender Klöte b.z.w. nach der nachträglichen Seligsprechung des- und derselben; und zweitens klingt «intellektuelle Schlichtheit», gesprochen über zwei Sätze, wie etwas, was ein schmieriger, alles verteidigender Anwalt einem Staatsanwalt vorwirft wenn dieser seine Anklageschrift so kurz wie halt eben nötig hält.
    Für Geld.
    Als sei es eben nicht genug, über das zu sprechen, was war.
    Und nun Folgen zeitigt.
    Nur um ein Fass aufzumachen, was eben nur die Schmierenkomödianten beherrschen und benötigen: das Fass von Hätte, Wäre und Könnte.
    Und natürlich das von der Moral. Spezifisch die Moral der Deutschen, denn drunter wären all die hochdekorierten Würdenträger ja auch in Erklärungspflicht.

    Und drunter tun sie’s prinzipiell nicht.
    Sonst hätt’s sie ja nicht gegeben, die hohen Dekorationen.

    Aber ich schweife ab.
    Denn wirklich entlarvend ist, dass er «keine Brücken abbrechen» möchte.
    Denn er scheint Geistiger-Brandstifter-Hauptbrandmeister zu sein.

    Ist er entweder schon hoch dekoriert worden, oder erhofft es sich.

    Oder aber ein typischer Opportunist kippelt.
    Aber ich kenne den nicht, wie gesagt.
    Ich muss Geld verdienen um den ganz unintellektuellen Wahnsinn zu bezahlen.

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  • Zeitenwander
    5. April, 2018

    Fakt ist, dass eine Sozial-Gemeinschaft … von unsozialen, fremden „ Neu-Mitgliedern“ … schamlos – weil dazu geradezu dazu aufgefordert/ gefördert … – geplündert wird.
    Das geht nur wenn politisch dafür die Grundlage geschaffen wurde/wird.
    Ich habe 0,000000000 …gegen einen genialen türkischstämmigen ITler, genausowenig gegen die Kosovo-Albanerin die als Putzfrau Büros putzt, ihr Mann als Maurer ackert, die Söhne Schule und Ausbildungen mit Fleiß wie sehr guten Bewertungen absolvieren.
    Nur zwei Beispiele von Menschen die sich in D eine Gegenwart aufbauten – und auf eine Zukunft hoff(t)en … – und die mit Entsetzen feststellen, dass der Irrsinn in D Einzug hält.

    Ganz anders der „Neubürger „ – dieses Geschenk, wertvoller als Gold … – und die europäische Inzucht … verhindernd … – augenscheinlich aus Gegenden stammend auf dem dunklere bis ganz dunkle Haut Normalität ist – mir mit knapp vor 60 … unvermittelt … zu nahe kommt … und mir ins Ohr flüstert, dass er mich f….. will.

    Wem kann ich einen Vorwurf vor die Füße knallen ?
    Dem Depp, der meint in D warten die Frauen ( Häuser und Arbeit ) – ( egal welchen Alters) nur auf IHN … aufzunehmen, zu versorgen, ihm SEINE Träume … zu erfüllen ?

    Oder einer Politik, die es zulässt, dass das Recht … der Scharia gebrochen wird indem nur der Mann sich die Mehrehe erlauben darf wenn er sie SELBST finanzieren kann …
    Blicken wir gen Montabaur … ( 4 Frauen, 23 Kinder ) oder Pinneberg … …

    IRRE, schlicht Wahnsinn … ( denken sich jene, die es ausgiebig nutzen – „unser“ Sozial-System …
    D finanziert mir, was ich mir in meinem Heimatland nicht „leisten“ könnte )

    Aber … in D geht ALLES, da werden Träume wahr, D ist ein Land, in dem gut und gerne gelebt wird – jedenfalls wenn man kein „ schon länger hier lebender Steuerzahler“ ist.

    Das D im Denken jener Nutzer als schwach, blöde und bereits als leicht zu erobern gilt wundert nicht …

    Merkel hat D – politisch – zur Übernahme geführt .
    Ideologisch begleitet gar vom derzeitigen Höchsten … der Hohen … in Rom.

    Wenn der rkK- Papst muslimische Füße küsst sollten ALLE Alarmglocken schrillen.

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  • horchundguck
    5. April, 2018

    Also wenn man den ganzen Schei.. mal sacken läßt gibt es eigentlich nur eins: Der nächste Papst ist eine Päpstin und zwar eine syrische,einbeinige,lesbische Negerin, die evangelisch ist und ein Parteibuch der LINKE besitzt.

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  • Werner Wusel
    5. April, 2018

    Lieber Herr Stiller, ich verstehe Ihre Wut sehr gut, erlauben Sie mir aber dennoch die Frage, welche Partei Sie 2017 in den Bundestag gewählte haben? Haben Sie aus Ihren Erfahrungen denn auch die Konsequenz gezogen oder gehören Sie auch zu den 87% «weiter so» Kandidaten, die nicht sehen wollen, wohin uns die Merkelsche Politik führen wird?

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  • Grand Nix
    5. April, 2018

    «Theoretisch dürfen Männer und Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden, praktisch nur gesellschaftliche Konstrukte der Sorte Frau. Und da Sabreen einen Migrationshintergrund aufweisen kann, legt sie noch einmal eine Trumpfkarte dazu, mit der sie biodeutsche Elses und Franzis und ihrem lediglichen Grünejugendhintergrund locker aus dem Rennen schubst.»

    Lieber Herr Wendt, wenn Sie wissen wollen, warum ich immer wieder gerne hier auf Ihrer Seite lande, dann wegen solcher und vieler anderer guten Sätze in Ihren aktuellen und lesenswerten Berichten. Kompliment! Chapeau!

    Aber, ist Ihnen der winzige aber entscheidende Schreibfehler noch nicht aufgefallen (Zwinker, Zwinker), dass es sich hierbei nicht um den dringend benötigten «Beruf» Gleichstellungsbeauftragte handelt, sondern um den innovativen «Beruf» eines

    Gleichschaltungsbeauftragten.

    Probieren Sie es, lieber Herr Wendt, tauschen Sie nur diese beiden Worte in Ihrem Artikel aus und voilà, alles ergibt wieder einen Sinn.

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  • Smirnoff
    5. April, 2018

    Zum Thema Nettosteuerzahler hatte ich neulich ganz eigene Gedanken. Seit einigen Jährchen läuft es bei mit als Selbständiger (IT) sehr gut. Mit einiger Verzögerung erhielt ich nun Nachricht, daß ich jeden Monat 800 EUR in die KV einzuzahlen habe (bei gleicher Leistung), das Finanzamt geifert quartalsweise nach meiner Umsatzsteuer. ESt. führe ich im voraus ab. Konsumiere ich, so zahle ich (wie alle anderen auch) nochmal die 19% auf alles. Hinzu kommen noch div. Eigenanteile, die immer wieder mal zu entrichten sind. Summa summarum lässt mir Väterchen Staat ca. 40% von dem, was ich erwirtschafte übrig.

    Früher war ich der Ansicht, daß Steuerhinterziehung etwas unanständiges sei. Finstere, raffgierige Figuren, die mit Plastiktüten voller Geldbündel in die Schweiz rübermachen. Mittlerweile habe ich meine Ansicht dazu geändert. Steuerhinterziehung ist ein Akt der Selbstvereteidigung gegen staatlich legitimierten Diebstahl.

    Ich schiebe 70-Stunden Wochen, bin fleissig und finanziere am Ende über meine Steuern die Abschaffung meines Landes, unserer Lebensart und unseres relativen Wohlstands. Ich bin der Typ der Abdul mit seinen Nebenfrauen und drölfzig Kindern alimentiert, der die Krankenkassenkarte für Asylbetrüger zahlt, der Caritas, Diakonie und Mietspekulanten zu Milliardengewinnen verhilft. Ich bin der stille Teilhaber an der Titanic-Politik der Gottkanzlerin und ihrer Mischpoke. Es macht einen rasend vor Wut. Man wird finanziell ausgequetscht und muss auch noch für diese fatale Politik zahlen. Eine Politik die darauf hinausläuft, daß man sich darüber Gedanken machen muss, in welches Land die eigenen Kinder mal gehen könnten, wenn hier die No-Go Areas an den Rändern zusammenwachsen und die maximal diversifizierte bunte Restgesellschaft im Vielvölkerkrieg zerfällt.

    Man verstehe mich nicht falsch. Liebend gern sähe ich meine Steuern sinnvoll verwendet und dann wäre die unangemessene Höhe der Besteuerung auch nur noch ein geringes Ärgernis. Welches Paradies auf Erden könnte in unserem Land herrschen, würden wir nicht die halbe Welt (und darunter halb Europa) mit unserem Geld beglücken und es nun schon Jahrzehnte resignierend hinnehmen, von der dritten Garnitur regiert zu werden.

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    • Cassandra
      6. April, 2018

      Alle Kommentare hier lösen ein grollendes Echo in mir aus, Ihrer, Smirnoff, führt zum erdbebenartig überwältigenden Identifikationsgefühl.
      „Was oft gesagt wurde, doch selten so gut formuliert.”

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Original: Gleichstellungsbeauftragte welcome!

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